Turrican News, Facts and Rumours

Welcome to Turrican SETA! Here you can find the latest news, rumours, downloads and collected facts about Turrican. If you think you know anything that should be mentioned here, please contact me.
   
 

T5 Freedom Force

Max
28.10.05
Kann man die Musik von dem Spiel downloaden?
Hat mir sehr gut gefallen.
Christian
29.10.05
Die Musik habe ich selbstständig aus Websites wie mp3.com zusammengesucht und für Freedom Forces geschnitten. Es sind auch viele Tracks diverser Amigasites- oder Amigaspielen dabei. Ein buntes Portfolio aus allen möglichen guten Songs (Amiga/C64-Remakesongs www.Remix64.com/www.amigaremix.com, Melody-Tracks verschiedenster Künstler von Amigademos, Instrumentaltracks von Chris Huelsbeck) die man im Internet findet.
Woher die einzelnen Tracks direkt kommen kann ich dir auch nicht mehr sagen. Das ist stundenlanges Suchen und Finden. Jedenfalls waren alle Songs hauptsächlich von Amigaseiten oder mp3.com (Langes Suchen erforderlich) sowie russischen Tranceseiten (Ja auch Russen machen gute Musik!).

Die Tracks befinden sich alle auf meiner defekten Festplatte. Bislang habe ich nicht mehr im Internet danach gesucht (Ist auch recht zeitaufwendig!), zumal die Tracks bereits für Freedom Forces perfekt zugeschnitten sind und eine nochmalige Nachbearbeitung lange dauern würde. Viele der guten Songs wie z.B. Deliverance aus der Eiswelt muss man erstmal wieder finden!

Falls ich die Festplatte reanimiere stelle ich die Tracks sofort Online, ebenso die bereits fertigen Levels und Sets. Das Spiel ist zwar dann noch nicht fertig und viele Levels müssen noch komplett überarbeitet werden, aber das Online stellen hätte ich schon die ganze Zeit über in Abständen von 2 Wochen tun sollen.
Slayer
29.10.05

"Viele der guten Songs wie z.B. Deliverance aus der Eiswelt muss man erstmal wieder finden!"


Spar dir die Suche...
Imperial Games
30.10.05
"...Tranceseiten..."

Trance? - Soll das heißen, geile C64- und Amiga-Mucken wurden verTECHNOt
und verTRANCEt? - Welcher Menschenfeind macht denn sowas?
Und: Warum geben die Jünger der "Umtz-Umtz"- bzw "Brääp-Brääp-Brääp"-
Fraktion nicht endlich zu, daß ihnen selber Ideen fehlen und sie deswegen
immer das Musikschaffen der restlichen Menschheit versauen müssen...

Oh Mann, das zieht mich jetzt schon wieder dermaßen runter...

Robert
30.10.05

Soll das heißen, geile C64- und Amiga-Mucken wurden verTECHNOt
und verTRANCEt?

Heißt es nicht - was aber auch nicht heißt, dass sie es nicht wurden

Oh Mann, das zieht mich jetzt schon wieder dermaßen runter...

Na, doch nicht von einer Vermutung.
Neochrome
http://indac.uni-koeln.de/hosted/neochrome/
30.10.05

Soll das heißen, geile C64- und Amiga-Mucken wurden verTECHNOt
und verTRANCEt?

Scooter hat irgendwann mal ein Stück aus Turrican durch den Sägezahn-Reisswolf gedreht, wenn ich mich recht erinnere...

Aky
30.10.05
Jepp...haben Scooter tatsächlich...hieß level one und war soweit ich mich erinnere Freedom aus Turrican2. Wobei es nicht wesentlich schlechter klang als viele andere Hülsbeck-Remixe. War sogar offiziell auf dem Scooter-Album und falls ich das noch richtig im Hinterkopf hab, von Hülsbeck selbst autorisiert.
Christian
30.10.05
Turrican hat elektronische Musik und die passendste Untermalung ist eine Mischung aus Elektro- und Melodictrance.
Viele Trance/Elektroniktracks passen IMHO gut zu Turrican, wobei in den Spielen meist der Elektroanteil überwiegt.

Nichtsdestotrotz kann niemand behaupten das Trancemusik keinen gehörigen Anteil an Turrican hat. Sicher ist dieses neumodische Krams technolastiger und weniger mit guter Klavier- oder Synthesizeruntermalung unterlegt.

Aber Trance hat sich aus elektronischer Musik, u.a. aus Turrican-Synthieklängen entwickelt.

Was die Tranceseiten betrifft: Nur einige wenige Trancetracks passen gut zu Turrican. Aber wenn sie passend untermalen dann könnte ich mir persönlich kaum eine treffendere Musikuntermalung vorstellen.

Wer die Musik nicht mag braucht sie ja nicht zu hören.
Ich mag Synthieklänge. Das fing mit den Amigaspielen an, und nur das ist der Grund weshalb ich heute gerne Trance (Nicht das gewöhnliche Gestampfe sondern das Melodische) höre.

Damals als ich noch einen C64 besaß favourisierte ich Heavy Metal. Erst durch meine Affinität zu Turrican wurde daraus irgendwann elektronische Musik.
Slayer
30.10.05

"wenn ich mich recht erinnere..."

... aber mit der Suche im Forum sollte man nicht so sparsam umgehen.

Hier stehen ein paar mehr Meinungen zu dem besagten Remix: Huelsbeck vs Scooter
Max
30.10.05
Achja Scooter die meisten Tracks, bestehen doch nur aus viel Geschreihe und Utz-Utz eben, Techno. Aber bei Turrican ist es noch sehr erträglich manche Tracks von, Turrican sind auch nur schnelles Technogedudel aber trotzdem passen sie gut zum Spiel.
Imperial Games
31.10.05
Es gibt einerseits gute elektronische Musik.
Und dann gibts andererseits den einfallslosen Drecks, den manche Leute
so produzieren.

Die original Turrican Mucke entstand zu einer Zeit, als diese ganze Seuche
bestehend aus Techno/Dance/Trance/Gabba/Goa und wasesdanichnochallesfürnscheißgibt...
noch nicht da war - und dementsprechend würde ich es auch nicht diesem Mist
zuordnen wollen. (Und empfände sowas auch eher als Beleidigung.)

Ist nur schade, daß dann im späteren Verlauf viele Leute zu glauben
schienen, daß Musik aus dem Computer sich immer so anhören müsse wie
obengenannter Schrott (Techno&Co). - Oder gar, daß dieser Schrott sowas
wie die "evolutionäre Weiterentwicklung" der ursprünglichen Computermusik
wäre (und es gibt wirklich Leute, die so'n Mist behaupten...)
Für MICH ist es eher eine degenerierte Form der ursprünglichen elektronischen
Musik. Es verhält sich zu gescheiter Computermusik ungefähr so wie der
damals von Höhlenmenschen erzeugte Lärm sich zum Lebenswerk von Beethoven
verhält.
Ziel von guter Musik sollte ja wohl nicht sein, in kürzester Zeit soviel
wie möglich Lärm zu verbreiten oder so sehr wie nur möglich zu nerven.
(Es gibt auch Arten von "Metal", die eigentlich nur Lärm in der Nähe von
"weißem Rauschen" sind - den finde ich genauso'n Müll.)

Und: Zu C64-Zeiten stand ich schon auf C64-Musik. (Und tue das heute noch.)
Und gleichzeitig stand ich auch auf Heavy-Metal. (Und tue das heute noch.)

Naja. Und so weiter. Es hat wahrscheinlich ohnehin keinen Sinn, sowas
ausdiskutieren zu wollen - denn über Geschmack zu streiten ist bekanntlich
drüber.

Wenn man als Musiker keine Zustimmung zur derartigen Verunglimpfung seiner
Werke gibt, nehmen sich ja so Musikverschrotter dann heraus, einen so
hinzustellen, als wäre man nicht offen für künstlerische Freiheit und
demnach kein richtiger Künstler... etc pp. - Insofern ist es nicht gerade
verwunderlich, daß selbst gute Musiker ihr OK zu gräßlichen Experimenten
mit ihren Werken geben. Und bei denen, die es NICHT geben, wird einfach
gewartet, bis das Copyright verfällt (zur Zeit oft zu beobachten). Oder
man nutzt die andere Methode - damals, vor 20 - 30 Jahren bekam man nur
einen Plattenvertrag (also die Möglichkeit, Platten aufnehmen und produzieren
zu lassen), indem man die Rechte an seinen Titeln den Plattenfirmen
übertrug. - Und diese verscherbeln diese Rechte heute an den Meistbietenden -
ohne Rücksicht auf künstlerische Aspekte oder dergleichen. Sondern lediglich
mit Rücksicht auf GELD.

Zum Thema der künstlerischen Freiheit: Nun, es gibt auch Bilder, bei denen
einfach ein paar Farbeimer gegen die Wand geworfen werden. Oder Bilder, bei
denen einfach mal ein paar Striche aufs Blatt gekritzelt werden... und so
weiter und so fort. Irgendwann kippte Kunst so weit um, daß es möglich ist,
wenn man nur einen berühmten Namen hat, quasi ALLES als Kunst anzusehen.
Und noch dazu jeden, der das nicht so sieht, als primitiven, nicht
kunstverständigen Primaten darzustellen versuchen.

Aber: WER entscheidet denn darüber, was Kunst ist? Ein paar Professoren in
Paris? Ein Gremium aus studierten Leuten? Irgendwelche Statistiken?

Wieso ist stundenlanges gleichförmiges synthetisches Gehämmer ohne jede
"Highlights"/Wiedererkennungswert denn Kunst, während der Lärm, der beim
Straßenbau mit einem Vorschlaghammer entsteht, NICHT ist?

Wenn in einer Fabrikhalle, in der eine stampfende Maschine Teile preßt (mit
zwei Teilen pro Sekunde) und dabei hämmernde und schleifende Geräusche
erzeugt - und der Arbeiter, der sie bedient, dabei einen Hit aus den 80ern
im Kofferradio hört - ist der dabei entstehende Klangbrei denn plötzlich
ein neuer Titel, eine neue Musikform, Kunst? -
Aber wenn vom Klang her keinerlei Unterschied besteht zu einem als "Techno
Remix" bezeichneten Titel, in dem auch nichts anderes getan wurde, als
ein bekanntes Stück mit einem hämmernden Baß und einigen Klangeffekten zu
unterlegen --- worin besteht dann noch der Unterschied? Nur darin, daß das
eine zufällig entsteht und das andere mit Absicht?
Wenn ich also einen Verkehrsunfall baue - reicht es dann, zu behaupten, es
sei Absicht gewesen, um das verbeulte Auto des anderen als künstlerische
Skulptur darzustellen? Und wenn sein Besitzer eventuell andere Pläne mit
seinem Auto hatte, ihn als primitiven, nicht-kunstverständigen Trottel
hinzustellen?

Oh, Entschuldigung, falls ich mich hier schon wieder etwas zu sehr ereifere.
Es gibt einfach gesellschaftliche Aspekte, an denen ich nochmal kaputtgehen
werde...
Max
31.10.05
www.Remix64.com Die Seite ist sehr gut, kaum zu glauben das
man damals schon so eine starke Musik machen, konnte. Stimmt es eigentlich das Chris Hüllsbeck zu, verschiedenden Spielen die Musik dazu gemacht hat? zb. R-Type, Turrican ich dachte immer er hat nur für Turrican die Musik gemacht? Gibts eigentlich ne Seite von Chris bei Google hab ich nichts gefunden^^
Robert
31.10.05

Insofern ist es nicht gerade verwunderlich, daß selbst gute Musiker ihr OK zu gräßlichen Experimenten mit ihren Werken geben.

Wenn ich mich recht entsinne, hatte Hülsbeck das sogar gefallen.

Und bei denen, die es NICHT geben, wird einfach
gewartet, bis das Copyright verfällt (zur Zeit oft zu beobachten).

Da können sie lange warten, das Copyright wird Micky Mouse zu liebe immer wieder verlängert. Immer wieder wird mal ein klassisches Stück verwendet. Wirkt dann etwas grotesk, wenn die Leute zu Mozart im Lichtgewitter tanzen und dazu auch noch gesungen wird. Aber wenn man will, kann man sich nach dem ersten Schreck darüber auch amüsieren

Irgendwann kippte Kunst so weit um, daß es möglich ist,
wenn man nur einen berühmten Namen hat, quasi ALLES als Kunst anzusehen.

Ich habe ja in letzter Zeit versucht, zu verstehen, was Kunst ist (Slayer hilft mir leider nicht). Momentan bin ich zu dem Schluss gekommen, dass "Kunst" der Inbegriff des menschlichen Drangs zur Kategorisierung darstellt und man alles, was man mit dem Begriff aussagen könnte viel exakter mit anderen Begriffen ausdrücken könnte (Ästhetik zum Beispiel). Was mich wiederum zu dem Schluss gebracht hat, dass es inhärent kontraproduktiv ist, den Begriff überhaupt zu verwenden oder gar ernst zu nehmen. Als völlig schwammiger Begriff, der auch noch mit starken Wertvorstellungen verbunden ist, nehme ich ihn mittlerweile sogar als gefährlich war.

Zu Techno, die übliche Kritik daran (immer das selbe) sehe ich in fast allen Musikgenres. Heavy-Metal, Volksmusik, Rock - überall scheint die Tendenz zu monotonem Brei zu bestehen. Bei Techno ist es nur besonders auffällig, da man dessen "Breielement" auch noch hört, wenn man sonst gar nix mehr hört. Klassische Computermusik ist wie mir scheint eine technisch bedingte Ausnahme - wenn man sich da nicht angestrengt hat, kam nur Gepiepse raus, das nichtmal die anspruchslosesten Zuhörer, die ansonsten schon bei exzessivem Einsatz von Instrument X zufrieden sind, ertragen könnten.

@Max:
http://www.huelsbeck.com/
Zu R-Type auf dem Amiga kam von ihm der Titeltrack. Er hat viele Spiele vertont und auch einen Batzen CDs rausgebracht.
Christian
31.10.05
Monotone Stampfmusik gehört definitiv nicht zu der Art Musik die ich mag. Ich kann gut nachvollziehen was Imperial meint, denn Tracks gerade im elektronischen Bereich (Dance/Trance etc.) zu finden die eine gute neue Melodie mitbringen ist schwierig.

Zu dem was ich als gute Musik bezeichne zählen meist Patten die sehr gute, frische melodische Synthieklänge mitbringen. Das sind in der Masse der elektronischen Musik gerade einmal 10% die mir gefallen.

Wobei ich kein so grosses Problem mit Remakes habe.
Sofern sie meinem Ohr gefallen höre ich sie gern.
Ein altes Lied in neuem Gewand ist nicht zwangsläufig schlechter als das Original.

Das die heutige Technoszene evolutionär ist habe ich nicht gemeint. Im Gegenteil- Auf Raves wie der Mayday wird überwiegend laut und monoton gespielt, und das über viele Stunden. Das ist nur noch Krach. Derlei Musik kann jeder innerhalb von 5 min. mit nem billigen PC-Musikprogramm auf die Beine stellen.

Zudem gefällt mir dieser neumodische MilleniumDance/trance nicht, bei dem immer dieselbe langweilige Synthiescratchnummer abgedudelt wird. Das nerft.

Zum Thema Kunst: Alles ist mittlerweile Kunst was irgendwie aus der alltäglichen Gewöhnlichkeit heraussticht.
Slayer
31.10.05
@Christian:

"Derlei Musik kann jeder innerhalb von 5 min. mit nem billigen PC-Musikprogramm auf die Beine stellen."

Kannst du das? Naja, du sagtest ja mal "jeder kann alles".

Sind es die 5min.? Musik kann man auch improvisieren. Zudem solltest du beachten, dass dort ein Publikum vor dem Musikmachenden steht, das bestimmte Erwartungen hat und nach dem er sich richten sollte, wenn er will dass diese zu seiner Musik abzappeln. Je größer das Publikum desto schwieriger wird es, den Massengeschmack zu treffen. Würden die da wirklich nur nen "Udz Udz Bass" auflegen, würde da wohl keiner hingehen... oder sind die Hörer schon so stark monoton geworden?

Ich denke schon, dass die zumindestens die Produktions Qualität der Musik eines Profis von jemanden mit einem billigen PC-Musikprogramm unterscheidet.

"Alles ist mittlerweile Kunst was irgendwie aus der alltäglichen Gewöhnlichkeit heraussticht."


@Robert:

"...Heavy-Metal, Volksmusik, Rock - überall scheint die Tendenz zu monotonem Brei zu bestehen."

Zumindesten was den Mainstream angeht und der interessiert hierbei sowieso nicht... oder doch?

"Volksmusik"

Volksmusik ist kein Genre, ich glaube du meinst deutschen Schlager oder deutsche Volkslieder. Ich halte es für brandgefährlich diesen Begriff überhaupt zu verwenden da er kategorisch den Leser ins Genre denken hineinzwängt, von den meisten missverstanden wird und durch andere Begriffe viel exakter zu erklären ist.

Oder bist du einmal um die Welt gereist und hast dir dort alles angehört?
Robert
01.11.05
@Slayer:

Zumindesten was den Mainstream angeht und der interessiert hierbei sowieso nicht... oder doch?

Jo, doch, ich glaube die Diskussion handelt von Mainstreammusik.

Ich halte es für brandgefährlich diesen Begriff überhaupt zu verwenden da er kategorisch den Leser ins Genre denken hineinzwängt, von den meisten missverstanden wird und durch andere Begriffe viel exakter zu erklären ist.

Da hast Du vollkommen recht. Wieder was gelernt
http://de.wikipedia.org/wiki/Volkst%C3%BCmlicher_Schlager
Mr Return
01.11.05


Ich denke schon, dass die zumindestens die Produktions Qualität der Musik eines Profis von jemanden mit einem billigen PC-Musikprogramm unterscheidet.


Jetzt muss ich Dich aber mnal ganz tolle enttäuschen: Die meisten Programme, die verwendet werden, kannst Du Dir tatsächlich auch auf deinem Rechner haben. Ich glaub, U96 oder Scooter verwendeten später tatsächlich den Music Maker, (der wohl mittlerweile gar nicht mehr soo schlecht sein soll), ansonsten dürften Programme wie Fruity Loops oder Reason eingesetzt werden. Rebirth, den Roland-Synthie in Software und Vorgänger von Reason, kannst Du sogar mittlerweile kostenlos runterladen. www.rebirthmuseum.com

Der größte Unterschied besteht sehr warscheinlich in der Peripherie mit Keybord, Mixpult, DAT-Band, etc, was an so einem PC noch dranhängt.
Slayer
01.11.05
@Mr Return:
Da muss ich dich wiederum enttäuschen, denn Profis verwenden wohl alle qualitativ hochwertige Samples (Produzieren) die dann mit irgentwelchen Programmen zusammengeschustert werden (Editieren). Allerdings bestätigt das meine Aussage noch viel mehr... es liegt nicht am Programm sondern am Talent, Erfahrung und an den Fertigkeiten des Benutzers. Ich denke solcher Techno ist sowieo mehr Zweckmässig, und soll einfach zum zappeln animieren. Was bei Techno sogar Sinn macht, aber warum das in anderen Musikgenres passiert finde ich seltsam. Aber ich finde den Mainstream sowieso seltsam.

@Robert:
Ich will dir ja bei deinem, "Ich will alles wissen"-Plan nicht in der Quere stehen.
Christian
01.11.05
@ Slayer: Warst du noch nie auf ´nem Rave oder der Mayday? Hör dir die Musik mal an die dort gespielt wird.
Das sind 180 bpm Krach bestehend aus 95% Bumbum. Für einen selbsternannten DJ eine schwache Leistung, zumal dort Musik gespielt wird die keine zusammenhängende Harmonie aufweist. Das ist Geschmackssache aber nicht mein Geschmack. Da ist Scooter ein Kammerkonzert gegen.

Sofern man einen grossen Soundpool aus 20GB Samples besitzt, ein Programm wie Fruity Loops und ein simpleres wie Musik Maker dazu kann jeder Anfänger mit Lust und Laune mittlerweile selber neue Tracks in derselben Qualität zaubern wie z.B. Paul van Dyk. Das einzigste was dann noch notwendig ist ist eine Melodie im Kopf, Taktgefühl und das durchforsten der Datenbank nach passenden Klangsamples.

Das Ergebnis hört sich nach entsprechender Zeitinvestition nicht viel schlechter an als ein fertiger Charttrack, zumal es gerade im Technobereich alle möglichen gängigen Samples auf CD zu kaufen gibt. Alleine mit Filtern und leichten Veränderungen ändert man viel am Sampleklang. Zudem kann man aus jedem Waesong mit etwas Geschick Samples klauen.
Slayer
01.11.05

"Warst du noch nie auf ´nem Rave oder der Mayday?"

Nö. Aber wie erklärt es sich, dass dort nicht jeder auflegen kann und auch nicht bei jedem die Masse richtig abzappelt?

Das ist Geschmackssache aber nicht mein Geschmack.

Mein Geschmack trifft es auch nicht. Aber nur weil Profis Programme benutzen die jeder kostenlos auf seinem PC haben kann, heißt es wieder nicht, dass es jeder kann. Zudem solltest du beachten, das es auch an dir liegen kann, dass du dort kaum Unterschiede hören kannst aber trotzdem welche vorhanden sein können.

"Das einzigste was dann noch notwendig ist ist eine Melodie im Kopf, Taktgefühl und das durchforsten der Datenbank nach passenden Klangsamples."

Mach das mal in 5 Minuten.
Aky
http://http://amigaremix.com/main.php?sort=&search=western+remix&page=0
02.11.05
Zieh Fremder!

Mein Beitrag zum Thema ver-techno-te Turrican-Musik:

Hat man denn sowas schonmal gehört, es geht also auch ganz anders: http://amigaremix.com/main.php?sort=&search=western+remix&page=0

Meine hochachtungsvolle Gratulation an den Remixer/Rearranger...hätte nicht gedacht, dass das so zusammenpasst!

Imperial Games
02.11.05
Naja. Hätte wissen sollen, was ich damit wieder lostrete.
Musik, die von vornherein nur die Intention hatte, in möglichst kurzer
Zeit möglichst billig möglichst viel "Musik-Masse" zu produzieren, ist
halt eigentlich keine. Es ist Geräusch zum Geldverdienen ohne künstlerischen
Wert. Bzw. hat einen ähnlich hohen Wert wie das Zeug, was man sich vom
Band anhören kann, wenn man 0190+x wählt. (Auch nur Geräusch mit dem Zweck,
möglichst billig Geld zu scheffeln.)

Und: Nein, so anspruchsvoll scheint die Masse nicht zu sein: Millionen von
Leuten auf Mayday und Loveparade - und dort lief genau DAS: Der hinterletzte
Rotz, der mit Elektronik überhaupt zu bewerkstelligen ist.

Als sich dann später die entsprechende "Szene" (zu Recht!) fragen lassen
mußte, ob es denn nicht auch mal was anderes gäbe als eintöniges Gehämmer
und Gedudel (sich minutenlang ständig wiederholender Sequenzen) - fingen
sie an "Musik" machen zu wollen. Sprich: Zur Abwechslung mal MELODIEN
benutzen zu wollen, damit der Lärm auch einen gewissen Wiedererkennungswert
hätte. Wenn man aber jahrelang eher "Musik" von der Qualität von Straßenlärm
gemacht hat (weil das ja offensichtlich ausreichte, um die Masse zu
befriedigen), scheint es wohl nicht so einfach zu sein, sich wirklich gute
Melodien, Harmonien, etc. auszudenken.
(Und sorry, den Vergleich mit Rock+Metal laß ich nicht gelten. Es gibt
Metaller, die sind Virtuosen auf ihrem Instrument! Und so "Krach-Metal"
(Brüllen+Dauerlärm) habe ich ohnehin nie als Musik ernstnehmen können.)
Tja. Und weil eben plötzlich Nachfrage nach Melodie da war, man aber kein
Talent für sowas hatte, aber eben TROTZDEM weiter Geld verdienen wollte,
mußte man eben zu dem Mittel greifen, bekannte, gute (und erfolgreiche)
Songs unter den Lärm zu legen, damit jeder Lärm etwas anders klingt.
(Sorry - aber Alice Cooper's "Poison" ist in der Version von Groove Coverage
ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit! Wieso werden so Leute nicht an
ihren eigenen Gedärmen auf dem Marktplatz aufgehangen und der Bevölkerung
zur Lynchjustiz übereignet? - Zumal dieses Lied nicht das einzige ist, an
dem sie sich sträflich vergangen haben. Ich geh auch nicht hin und übermale
die "Mona Lisa" in orange -> nicht, weil ich das Bild mögen würde. Sondern
einfach, weil ich Kultur respektiere.)

Robert
02.11.05

(Und sorry, den Vergleich mit Rock+Metal laß ich nicht gelten. Es gibt
Metaller, die sind Virtuosen auf ihrem Instrument! Und so "Krach-Metal"
(Brüllen+Dauerlärm) habe ich ohnehin nie als Musik ernstnehmen können.)

Eben...genau wie wahrscheinlich in allen anderen Musik-Genres auch. Sicher auch beim Techno. Wer sich nicht näher mit beschäftigt, bekommt wohl nur den Lärm mit. Wie ich bei Metal und Techno.
Christian
02.11.05
Ich fand Poison nicht schlecht. Alice Cooper ist und war nie ein besonders guter Musiker, da finde ich es legitim das Remixe gemacht werden. Das war ein gewöhnlicher Remix, kein besonders guter aber auch kein schlechter.
Es gibt weit schlimmere, monotonere Musik und ich persönlich weiss garnicht was an der ewigen Remixerei so schlimm sein soll das du diesen Menschen schlimme Dinge wünschst.
Das Techno wiederkehrende Melodien hat ist normal. Das hat aber jedes Musikstück, auch wenn dies bei elektronischer Musik etwas offensichtlicher erscheint.
Slayer
02.11.05
Geht es jetzt darum, dass Mainstream Musik einen stören kann, weil sie Mainstream ist oder, weil die Musik selber stört?
Robert
03.11.05
Dass die Musik selber stört, weil sie Mainstream ist
Slayer
03.11.05
Dann geht es also nicht um Techno sondern um Mainstream Musik?
Robert
03.11.05
Um Techno und Mainstream-Musik
Slayer
03.11.05
Naja, zwei Themen über die es eigentlich wenig lohnt zu diskutieren.

Aber da fällt mir ja noch etwas auf...

"Ich geh auch nicht hin und übermale
die "Mona Lisa" in orange -> nicht, weil ich das Bild mögen würde. Sondern
einfach, weil ich Kultur respektiere.)"

Bei einem Remix wird das Original ja nicht "übermalt" sondern die Kopie, es wird also nichts zerstört. Remixe gehören auch zur Kultur. Oder darf man auch kein realistisch gemaltes Bild nehmen und das in eine Comic Zeichnung umsetzen?

Imperial Games
03.11.05
Das Problem dabei ist, daß die "Covers" oder "Remixes" (jeder nennts anders,
je nachdem aus welchem Genre er stammt, bedeutet aber wohl dasselbe) sehr
oft zur derzeit (und einzig) "aktuellen" Version des Titels werden.
So, als wäre das Cover/Remix eine Art "Update" dieses Titels und das
Original wäre dann nur so etwas wie eine "veraltete Version", die niemand
mehr benutzt.
(Btw: Gerade heutzutage passiert das sehr oft. Zeug von den Bangles z.B.
oder von Weather Girls - um nur ein paar zu nennen. Erst neulich wieder
habe ich grausige Covers von Cindy Lauper Hits hören müssen.)

Alice Cooper war und ist ein großartiger Musiker und hat mehr Talent im
kleinen Finger als Groove Coverage im ganzen Kadaver.
Und A.C.s "Poison" ist nicht nur einer SEINER besten Titel, sondern einer
der besten Rocktitel ÜBERHAUPT. Und Groove Coverage's Version wird dem
nicht im geringsten gerecht.
Und es ist keineswegs legitim, zu sagen, daß man Cooper's Mucke nicht mag
und sie es deswegen nicht anders verdient hätte, als in dieser Form
verarscht zu werden! - Wenn das Stück so schlecht ist, wieso covern sie es
dann?
Und: Cooper ist/war NICHT deswegen so erfolgreich, indem er z.B. anderen
die Ideen klauen mußte. Damals mußte man noch etwas können, um Musiker zu
werden.

Und: Ja, ich empfinde jeden solchen Remix als persönliche Beleidigung und
wünsche mir, daß sie der Blitz beim Scheißen trifft oder sie an der
Pestilenz verrecken. Denn SOWAS was sicher nicht im Sinne des Erfinders!

Mein Vorschlag: Wenn Leute schon die Welt mit dieser Art Dreck verseuchen
müssen, wieso nehmen sie dafür nicht eigene Ideen, anstatt die Ideen
anderer Leute zu mißbrauchen? - Dann könnte ihnen nämlich niemand mehr das
vorwerfen, was ich z.B. tue: Daß sie es mangels eigener Kreativität tun -
weil sie zwar liebend gern Kohle mit Mucke verdienen, aber möglichst wenig
dafür leisten wollen. Aber, wenn jemand kein musikalisches Talent hat und
auch keine Stücke selbst schreiben kann - wieso wird derjenige dann
eigentlich Musiker? Nur aus einem Grund: Weil Musiker populär sind und man
deswegen einen Haufen Ruhm und Geld dafür kriegt.
Nur imo sollte man diesen Ruhm auch wirklich verdienen.

Btw: Wozu die Unterscheidung zwischen Mainstream und Techno?
Es gibt gute elektronische Musik:
z.B. früher EBM, Electro, Minimal-Electro.

Und dann gibt es die Mainstream-Variante elektronischer Musik:
Techno und seine Unterarten.
Just in dem Moment, als der Begriff "Techno" gerade aufkam, war auch der
Augenblick, in dem elektronische Musik zum kommerziellen Mainstream-Kram
verkommen ist. (Fiel zufällig gerade zeitgleich aufeinander.)

Zum Thema "sich näher mit Techno (und Artverwandten) zu beschäftigen":
Ich kenne EINIGE Leute, die sich das anhören und ich kannte auch mal einen,
der auf JEDEM Mayday und JEDER Loveparade und auch FAST JEDER anderen
entsprechenden Veranstaltung war und wohl damit zu den größten Fans dieser
Kultur zählt. Ich war auch mehrmals bei ihm zu Hause und er hat dann immer
so seine Lieblings-CDs eingelegt (er hatte auch keine andere "Musik" außer
Techno & Co). Und da waren alle möglichen Gattungen dabei und er hat mir
dann auch öfter versucht, die Unterschiede nahezubringen. So daß ich also
wirklich sagen kann, daß ich einen relativ repräsentativen Querschnitt
gehört habe (abgesehen davon, daß man den Mist zwischen 1994 und '98 an
nahezu jeder Ecke in voller Lautstärke ertragen mußte...).
Und warum habe ich mir das bei dem angehört? - Weil ich dachte, daß ich
eventuelle Vorurteile abbauen müßte und mir mal anhören, was wirkliche FANS
dazu zu sagen (und zu zeigen) hätten.

Und ich muß aber leider sagen, daß es meine Meinung eigentlich nur bestätigt
hat, auch wenn ich mir wirklich Mühe gegeben habe, den künstlerischen Wert
zu erkennen.

Und, um nochmal auf den Punkt zu bringen, was ich von Groove Coverage,
Novaspace und (mir fallen jetzt nicht alle Namen dieser Plagiatoren ein)
halte:
Nein! - Ich brauche NICHT von jedem meiner alten Lieblingssongs eine
Dance-, Trance-, Techno-, Tekkno-, Tekkkno-, Rave-, Gopher-, Goa-, Gabba-
(bzw all diese Silben noch einmal in Verbindung mit "Speed-" bzw. "Dark-")
(plus alles, was ich evtl vergessen habe)...
Version! - Und die Welt braucht es eigentlich auch nicht. Nun, es gibt
IMMER viele Leute, die diesen Mainstream-Dreck mögen/hören (und vor allem:
KAUFEN - denn darum gehts ja schließlich dabei...) - deswegen nennt man's
ja auch Mainstream.
Das ist aber keine ausreichende Rechtfertigung für so'n Scheiß.

Und wenn diese "Bands", "Projekte" etc (viele nennen sich ja "Projekt",
weil sonst Leute - zu Recht - sagen, daß eine "Band" ein Mindestmaß an
Musikverständnis und Können voraussetzen würde. Während es bei einem
"Projekt" ja OK ist, daß es dabei um nichts weiter geht, außer um's
Geldverdienen...) - wenn also diese Projekte oder auch Bands der Meinung
sind, so kreativ zu sein - wieso müssen sie dann Zeug von anderen klauen?

Ach, um das nochmal zu einem Abschluß zu bringen: Nur weil sowas wie
"machen wir aus einem Rock-Song mal einen Trance-Track" eine ganz besonders
eklige Abart des Coverns ist ("heh, und wieso brüllen wir nicht mal dieses
Liebeslied wie ein paar geisteskranke Vergewaltiger und machen dazu Geräusche
auf Küchengeräten...?") - heißt das nicht, daß ich die anderen der
einfallslosen Covers im Mindesten deswegen gutheißen könnte.

Wozu wird man Künstler (und ein Musiker IST ja wohl ein solcher) - wenn man
der Welt eigentlich NICHTS mitzuteilen hat? (Weil alles, was man tut, ja
nur ist, anderer Leute Musik zu versauen.) Welche Daseinsberechtigung hat
so jemand überhaupt?
Nehmen wir an, es gäbe zur Zeit 40 Rock-Songs, die zufällig in das Profil
dessen, das man mit seinen beschränkten Mitteln fähig ist, an seinen eigenen
Scheiß anzupassen. - Dann würde man max. 4 CDs mit je 10 Tracks rausbringen
können und müßte dann warten, daß einem irgendein Rocker neues Material
liefert... - Wie arm ist sowas denn?

Wenn man solche Pseudo-Musiker danach fragt, was sie mit der Melodie oder
dem Text des Songs aussagen wollten, könnten sie NICHTS dazu sagen, da es
ja nur darum ging, das Format das Titels auf eine bestimmte Käuferschicht
anzupassen.

Wenn jemand Musik macht, dann wohnt dieser eine Message inne, die er sowohl
a) mit dem Text, b) mit der Melodie und c) mit der Form an die Welt
rüberbringen will.
Wenn jemand nun eines oder mehrere dieser drei Dinge pervertiert und ins
Gegenteil verkehrt, wirkt er damit dem ursprünglichen Zweck des Werkes
entgegen, was dem jeweiligen Künstler und seinem Kunstwerk nicht im
Mindesten gerecht wird - damit dem Zweck des Werkes diametral entgegenstrebt
- und daher nicht im Sinne des Werks oder seines Schöpfers sein kann.

Und: Man wird es wohl kaum erleben, daß mal der umgekehrte Fall passiert:
Daß ein Rocker z.B. einen Trance-"Song" covert. Weil: Entweder benutzt
dieser als Grundlage ohnehin die Idee eines anderen - und es läßt sich
weitaus mehr aus so einem Werk machen, wenn man vom Original ausgeht, statt
von einer Trance-kastrierten Version. Oder der Trance-Track ist eine
eigene Idee - aber diese haben so wenig bis keinen Text und so öde Melodie-
fetzen, daß es eigentlich schon zu wenig ist, um überhaupt EINE Version
davon zu machen, geschweige denn, daß eine ZWEITE möglich wäre, mit so
einem spärlichen, erbärmlichen Ausgangsmaterial.
Denn richtige Musiker (auch wenn manche von ihnen teilweise aussehen wie
"recht harte Burschen") haben ja den Anspruch, daß das, was sie rausbringen,
etwas Eigenständigkeit, Unverwechselbarkeit, sowie einen gewissen
künstlerischen Wert hat. Auch, wenn manche Mainstream-Deppen es nicht
begreifen können: Es gibt Leute, die machen das wirklich primär, um Musik
zu machen und nicht hauptsächlich wegen des Geldes.

Aber es gibt eben einige Leute, die sagen: "Solange die Leute Scheiße fressen
wollen und bereit sind, dafür nen Haufen zu bezahlen, kann ICH ja auch
derjenige sein, der sie ihnen verkauft - und auch meinen Namen druntersetzen."

(Dazu kann ich nur sagen: Dasselbe Argument - nämlich, daß es durch den
vorhandenen Markt gerechtfertigt werde - bringen auch Leute an, die
Kinderpornos produzieren.)

@Christian:
Daß Du der Meinung bist, daß Alice Cooper nie ein besonders guter Musiker
wäre oder gewesen wäre. - Nun es ist Deine Meinung.
(Und Meinungen sind eben wie Arschlöcher: Jeder hat eins.)
Aber im Gegensatz zu Groove Coverage IST Alice Cooper ÜBERHAUPT erstmal ein
eigenständiger Musiker!
Und daß Du einerseits Alice Coopers Mucke nicht abkannst, aber andererseits
so Typen wie Groove Coverage überhaupt als Musiker ansiehst (die nur sein
und anderer Leute Zeug klauen), sagt eigentlich schon einiges...

@Slayer:
Was ziemlich auffällt: Die Originalkünstler und das Originalwerk werden
nicht genannt. Kommt dann immer das Argument: "Ja, steht ja irgendwo ganz
klein inner Ecke im Booklet, wenn man die CD kauft."
a) nicht jeder kauft so'n Mist (und siehts deswegen ja nicht)
b) wenn man Zeug würdig findet zu klauen (und es angeblich auch nicht
schlimm ist), kann man dazu stehen und es dazuschreiben
Auch bereits obengenannte Effekte spielen rein: Das Plagiat wird dann
gespielt, das Original nicht. Und: Es gibt wirklich Leute, die steif und
fest behaupten, "Eternal Flame" wäre von Atomic Kitten!
Am Ende muß sich Cooper vielleicht nochmal anhören, wieso er das Zeug von
Groove Coverage klaut...
(Hab ich auch schon erlebt - daß so'n Kid mal irgendwo meinte, der
Originalkünstler habe das Lied von irgendso'ner 90er-Deppen-Band geklaut.
Zum Kotzen sowas - aber leider wahr.)

Und wenn so Remixes/Covers dafür sorgen, daß die Originale nicht mehr
gespielt werden (und zwar keineswegs, weil die Remixes besser wären - denn
DAS ist ja wirklich der Witz des Jahrhunderts) - ja, DANN ist es wie
Übermalen! DANN ist es wie Bücherverbrennung.

Gerade so Lieder wie "Poison" oder "The Final Countdown", die ihre Power
unter anderem von punktierten Noten beziehen, werden, indem man sie auf
einen gleichförmigen Takt aufbügelt, all ihrer Wirkung und Kraft beraubt.
Fehlende "Effekte" wie Gitarrensoli (die natürlich wegfallen, da es kein
"Techno" Äquivalent gibt) nehmen dem Titel seine Individualität. Texte
Imperial Games
03.11.05
-- Fortsetzung --

Gerade so Lieder wie "Poison" oder "The Final Countdown", die ihre Power
unter anderem von punktierten Noten beziehen, werden, indem man sie auf
einen gleichförmigen Takt aufbügelt, all ihrer Wirkung und Kraft beraubt.
Fehlende "Effekte" wie Gitarrensoli (die natürlich wegfallen, da es kein
"Techno" Äquivalent gibt) nehmen dem Titel seine Individualität. Texte
werden ge"sungen" (dank Vocoder und elektronischer Nachbearbeitung braucht
keiner dieser Versager mehr wirklich singen zu können...), ohne daß dabei
irgendetwas empfunden wird, weil man sich - im Gegensatz zum Original -
nicht im geringsten damit identifiziert, sondern den Text nur runterlallt
"weil man Text brauchte", oder "weil er da ist".
Heraus kommt ein gleichförmiger, in eine viel zu enge (da extrem
variantenarme) Form gepreßter Soundbrei, der dem Original in nichts gerecht
wird und es nur als "Ausgangsmaterial" benutzt, damit der Eindruck erweckt
wird, daß die Dinge, die man produziert, sich voneinander unterscheiden.

Und sowas wird dann als die an die neue Zeit und Kunstform angepaßte
alleingültige Version verkauft - oft ohne das Wissen, daß es dazu mal ein
Original gab.

Achja: Nicht jeder, der den Anspruch macht, "Rock" zu machen, ist dabei
wirklich kreativ. Ein gutes Beispiel ist Marilyn Manson. Mir hat mal jemand
eine ganze VHS voller Musikvideos von ihm geliehen - und MANN! Was für eine
krude Kacke. Das einzige, was noch einigermaßen erträglich war an dem Lärm
waren die Teile, die er von anderen Leuten geklaut hat. Und selbst bei DENEN
war immer das jeweilige Original um Längen besser!
Und da entstehen so lustige Dinge, wie z.B. "Tainted Love", bei dem viele
Leute glauben, das hätte er von Soft Cell gecovert. Aber dies ist falsch.
Denn Soft Cell ihrerseits haben das DAMALS AUCH SCHON gecovert (mir ist
gerade er WIRKLICHE Originalkünstler entfallen, was aber nur meine These
beweist - nämlich, was passiert, wenn so verfahren wird: Das Originalwerk
wird vergessen, der Originalkünstler nicht mehr gewürdigt. Und genau DIES
sollte keinesfalls passieren! - Aber: Damals gehörte covern eher zur Ausnahme,
da bestand im Gegensatz zu heute NICHT 50% des allgemeinen Musikschaffens
(und 100% des Gesamtwerks mancher Bands) aus Cover-(bzw "Remix") Titeln.
Und damals versuchte man auch nicht, Songs ihren ursprünglichen Charakter
und Aussage zu entfernen, wenn man sie coverte. Wenn jemand sagt, daß er
covert ("remixt") im Sinne einer Wertschätzung, dann sollte so eine
Wertschätzung auch erkennbar sein (und weniger wie eine Verarsche wirken).
Und auch sollte so eine Wertschätzung nicht den Anspruch erheben, den
Ursprungstitel zu ERSETZEN.

Oh - achja: Ungefähr so wie ich, wenn ich so gräßliche "Remixes" meiner
Lieblingstitel höre, müßte sich wohl ein Mayday-Fan fühlen, wenn einer der
Members-of-Mayday-Titel vielleicht mal in einer Marsch-Version herauskäme,
zu der Nazis dann ihre Fackelzüge abhielten. Halt auch in Form und Aussage
total pervertiert, aber immer noch genügend erkennbar, um es total zu
mißbrauchen/verunglimpfen.

Mir graut davor, wenn es noch einmal sowas wie eine ZWEITE Rave-olution
geben sollte. Wenn sogenannte "Musiker" NOCH SCHNELLER Geld verdienen
und NOCH WENIGER dafür machen wollen. Denn da dann ja schon jeder Song
verstümmelt und versaut ist, wird man, mangels eigener Ideen darauf
angewiesen sein, diese Dinger (von denen man dann vielleicht denkt, das
wären die Originale) NOCHMALS zu kastrieren und zu veröden.
(So daß Musik dann irgendwann nur noch ein eintöniger Gleichklang sein wird.)

Was dazu führt, daß es mit Ideen irgendwann ist wie mit Plastik: Es gibt
kein NEUES Plastik mehr, sondern es ist nur noch recycled. (Was man bei
Plastik aber - im Gegensatz zu Ideen - noch an irgendeinem Punkt gutheißen
kann.)
So daß vielleicht an irgendeiner Stelle in den Geschichtsbüchern steht:
"2017: Das letzte neue Lied wird geschrieben. Autor/Interpret unbekannt, da
nicht überliefert."

Nun ja... Aber was versuche ich eigentlich überhaupt, sowas heutzutage noch
jemandem zu erklären? Individualität, eigene Ideen, künstlerischer Anspruch,
etc... - wenn man solche Ansprüche an sich selbst oder andere stellt, muß
man sich ja schon beinahe schämen. Das sind ja für einige Vertreter der
heutigen (fortschrittlichen, bzw sich dafür haltenden) Generation schon
eher Schimpfworte. Ich wußte schon, ich hätte mit diesem Thema überhaupt
nicht anfangen dürfen. Denn wer Zeug wie Groove Coverage zur Musikkultur
(oder auch nur zur Musik - oder zur Kultur) zählt - und sie sogar besser
findet, als Leute, die sich ihr Zeug selbst ausdenken und auch in jeder
Hinsicht weit besser performen - wie soll ich so jemandem die Bedeutung
von so Dingen wie eigenen Ideen, künstlerischen Anspruchs oder "Kunst als
etwas anderes außer als Goldesel" überhaupt begreiflich machen?

Sobald es um anspruchsvollere Themen geht, die auch ins Philosophische und
Ethische hineinspielen, sollte ich mich hier wahrscheinlich zurückhalten.
Um Intentionen in dieser Richtung zu begreifen (die über Dinge wie
"Partymachen", "Geld verdienen" und "Techno regiert die Welt" hinausgehen),
fehlt es einigen wohl offensichtlich an so einigem, um es zu begreifen.
Wenn ein geistig behinderter Killer jemanden abgeschlachtet hat, ist es
ja mitunter auch total schwer bis unmöglich, demjenigen zu erklären, daß
das, was er da getan hat, nicht in Ordnung war - und vor allem, warum es
nicht in Ordnung ist, so etwas zu tun.
Leuten ohne Moral, Ethik und Gerechtigkeitsbewußtsein kann man manche Dinge
eben nicht erklären, da man einfach keinen Ansatz findet. Wenn dann auch
noch Rudelverhalten/Massenhörigkeit/vorbehaltlose Mediengläubigkeit/-ergebenheit
dazukommt, erschwert dies die Mühe noch zusätzlich.
Falls jemand sich fragt, wie so etwas wie o.g. Charakter zustandekommen kann:
Nun ja: Heute "versteht" keiner mehr, wieso man Juden unbedingt vernichten
bzw ausgrenzen muß - und wieso Adolf Hitler ein Genie ist.
Zwischen 1933 und 1945 haben es schon ziemlich viele "verstanden". - Ich
weiß nicht, ob man sowas damit allein damit erklären kann, daß wohl das
Trinkwasser damals schlechter war...
(Und: Heute ist das Trinkwasser zwar besser. Aber manches, von dem man meint,
daß es eigentlich JEDER verstehen müßte, da es ja eigentlich nichts gäbe,
was daran nicht zu verstehen wäre, kann man eben manchen Leuten einfach
nicht begreiflich machen, da ihnen irgendwie die genetische Anlage oder
sowas dafür zu fehlen scheint.)

Angesichts dessen frage ich mich natürlich, ob es dann überhaupt noch Sinn
hätte, darüber weiterzudiskutieren. Wahrscheinlich nicht.

Robert
03.11.05
Ich sehe zwar keine Sinn darin, aber Du darfst hier ruhig abmeckern so viel Du willst. Nicht in Ordnung sind aber Deine persönlichen Anschuldigungen.
Mache Dir mal eines klar: Ob Du behauptest, Du selbst seist der Obermacker oder den anderen unterstellst, sie seinen zu dumm, um Dich zu verstehen - das ist prinzipiell exakt das selbe, nämlich plumpes Ego-Pumping.
Slayer
03.11.05

"Erst neulich wieder habe ich grausige Covers von Cindy Lauper Hits hören müssen."

Dann liegt es wohl an deinem Umfeld oder so, dass du ständig "gezwungen" bist dir sowas anhören zu müssen. Mich störts ja auch, wenn ständig Leute mit ihren MP3-Playern rumlaufen und trotz Kopfhöerer die Musik so laut aufdrehen, dass sie jeder hören muss der ein paar Meter daneben steht.

Ich finde die meisten Remixe oder Cover songs auch eher selten gut und kann eigentlich generall auf sowas verzichten. Allerdings werden diese Covers im ursprüglichen Sinne gemacht und das Originale zu "schützen"... es also weiter zu verbreiten. Wenn dann auch in modernem Gewand. Logischwerweise finden dann die Liebhaber des Originals den Remix dann selten gut. Aber Leute die das Lied als Remix zum ersten mal hören, können dann auch Musik finden die ihnen sonst wohl an mangelnden interesse an Kultur die vor ihrer Zeit war, nicht gefunden hätten. Zeigt natürlich mal wieder, wie desinteressiert viele sind.

Meistens wird aber dann doch einfach nur die schnelle Kohle gemacht. Was einem aber eigentlich egal sein dürfte. Sowas finde ich aber auch nicht gut.

"Sobald es um anspruchsvollere Themen geht, die auch ins Philosophische und Ethische hineinspielen, sollte ich mich hier wahrscheinlich zurückhalten."

Oder versuchen objektiv darüber zu diskutieren, wie es hier manche andere tun.
Das dich dieser ganze Remix-Gecover-Kram stört kann ich gut verstehen... mich störts auch, wenn ich sowas hören muss. Aber ich verstehe nicht, warum du die Leute in diesem Forum so darstellst als ob wir so wären, wie die Leute die du kritisiert.

"heh, und wieso brüllen wir nicht mal dieses
Liebeslied wie ein paar geisteskranke Vergewaltiger und machen dazu Geräusche
auf Küchengeräten...?"


Einstürzende Neubauten?
Christian
03.11.05
Nur mal zu deiner Info Imperial:
Von Alice Cooper finde ich die alten 80ziger. Jahretracks toll. Der hat früher gute und fetzige Rockmusik gemacht, ich liebe z.B. den Soundtrack zu Jason 6.
Aber sein Gesangstalent- Zumindest weiss ich vom Hörensagen das Alice Cooperkonzerte akustisch grauenvoll sind. Seine Platten hören sich nur daheim richtig gut an. Poison find ich ja net so besonners und andere Platten besser, aber naja egal.
Für seine Art von Musik ist nicht unbedingt eine supertolle Stimme vonnöten. Hauptsache laut! Ich meine eher sein Gesangstalent als seine Musik, hab mich da unglücklich ausgedrückt.

Du kennst meinen Musikgeschmack nicht.
Versuche nicht mich irgendwo in die Bumbumecke abzuschieben.
Ich höre gerne Rockmusik (Klassiker) und ab und zu auch Pop oder klassische Musik.

Es gibt ne Menge elektronischer Musik die geniale Synthieklänge hat. Um nur den bekanntesten DJ zu nennen: Paul van Dyk. Seine Musik ist auch seine eigene und die Musik ist abwechslungsreich. Einige der in die Jahre gekommen Klassiker sind immer noch Ohrwürmer und werden es auch bleiben.
Es gibt durchaus elektronische Techno/Trancemusik die gut klingt und nicht verjährt.
Aber Musik ist Geschmackssache und mir kommt es so vor als ob du Techno einfach nicht magst.
Ich finde es gut das man mit Remixen viel Geld verdienen kann. GC ist ne reine Coverband (Steckt ja schon im Namen drin!).
Die Musik ist, auch wenn sie nur nachgesungen wurde an sich genommen nicht so schlecht.
Wer die Musik nicht mag soll sie sich nicht anhören. Aufregen braucht man sich wirklich nicht darüber.
Aky
04.11.05
Abgesehen davon, dass sich das Thema weitestgehend vom Ursprungsthread entfernt hat (Robert, vielleicht in neuen Thread kopieren?), denke ich, dass auch die Richtung in die es sich bewegt falsch ist.

Die persönlichen Musikinterressen des Einzelnen sind wahrhaft irrelevant und lassen nahezu nie auf die Persönlichkeit schließen.
Abhängigkeit von Herkunft, Wahrnehmung der Wichtigkeit von Musik und Favorisierung von Segmenten der Musik aus welchem Grund auch immer spielen so große Rollen, dass es müßig ist auf Intelligenzgrad und persönliche Reife zu schließen. Da kann man den IQ gleich auswürfeln und würde ähnlich genau treffen.

Ich habe genug Leute getroffen, denen Musik unwichtig ist und im Radio halt als Berieselung vor sich hindudelt, die nicht mal Titel und Band kennen, es gut so finden und trotzdem hoch zeitkritische und weltorientierte Personen sind. Gleichzeitig kenne ich negative menschliche Beispiele, die sich aber rühmen ja "nur schwere klassische Musik" zu hören.

Ich selbst höre seeehr viel Musik von Neoklassik über Industrial, Techno bis Scooter, und ja auch verschiedene Coverversionen finde ich garnicht so furchtbar -Groove Coverage mal ausgenommen -
Trotz Vorliebe für elektronische Klangerzeugung, kann ich mit Alice Cooper, ZZTop, ACDC und vielen anderen Bands/Artists etwas anfangen.
Aber was sagt das über mich aus? Eigentlich nur, das Musik in meinem Leben eine relativ wichtige Rolle spielt und ich mich für verschiedenste Styles interessiere. Es erklärt nicht meine Einstellung zur Religion, meine Lebensphilosophie, mein innerstes Ich oder irgendwas anderes.

Von daher, nehmt das Thema Musik doch als das, was es ist, ein Hobby, eine Form der Unterhaltung, eine Art Geld zu verdienen, eine Möglichkeit nostalgische Gefühle zu bewahren - aber um Himmels willen nicht dazu um über andere Menschen zu richten. Der einzige der überhaupt ein Urteil über die Wiederverwertung seiner Musik abgeben kann, ist der Ursprungskomponist. Alle anderen können damit leben oder nicht...es ist die freie Entscheidung und der Geschmack jedes Einzelnen. Mag ich Casting-Bands der großen Label nicht oder nervt mich die aktuelle Musik, dann kaufe ich halt keine CDs oder lasse das Radio aus. Der weltweite Ausstoß an Musik ist so gigantisch das für jeden den Musik interessiert etwas dabei sein sollte.

Ist doch letztlich wie in der Literatur...da können tausende Liebesromane geschrieben werden...ich ignoriers einfach, weil es mich nicht interessiert...
Imperial Games
04.11.05
@Slayer:
"Einstürzende Neubauten" -
Nun, die haben aber nicht ANDERER LEUTE Liebeslieder auf diese Art "remixed"/"gecovert",
nicht wahr?
(Btw: Habe schon fast damit gerechnet, daß jemand "Einstürzende Neubauten"
oder "A.O.K." nennen wird.)

Paul van Dyk - Ohrwürmer? Hm. Also, alles was ich von dem kenne, ist der
Name. Weil er immer in Werbung so Techno-Compilation-CDs genannt wurde.
Aber es gibt aus dieser ganzen Ecke keinen Künstler, der durch irgendetwas
ganz besonders hervorgetreten oder mir im Gedächtnis geblieben ist - es
sei denn, es war ganz besonders nervtötend (wie sowas Scooter mit seinem
"Einzelne Wörter durch ein Megaphon schreien"-Dingens - aber damit einem DAS
nicht auffällt, hätte man schon tot sein müssen).

Und: Ich MAG gute elektronische Musik. Nur zählen Techno & Co eher in die
Reihe schlechte elektronische Musik (wenn es der "bessere" Techno ist) und
in die Reihe Geräuscheffekte (wenn es der schlechtere Techno ist).
Oder anders ausgedrückt: Selbst "guter" Techno kann lange nicht mit den
Kunstwerken mithalten, die beispielsweise von der Musikszene aufm Amiga
(aus der Prä-Techno-Ära) geschaffen wurden.

Und: Sehr bedauerlich, daß es heutzutage (zu) viele Leute gibt, die der
Meinung sind, wenn Musik aus nem Computer kommt (oder irgendwie anders
synthetisch ist) MÜSSE sie unbedingt wie Techno klingen! Das muß sie
nämlich NICHT! (Wie schon erwähnt: Techno ist NICHT die logische "evolutionäre"
Weiterentwicklung früherer Synthesizer/Computermusik. Es ist eher eine
Reduktion zum Zwecke der schnelleren Produktion. Das ist Verhältnis Techno
(& Co) zu guter, einfallsreicher (und EIGENSTÄNDIGER) elektronischer Musik
ist in etwa dasselbe wie der eines massengefertigtes Möbelstücks zu einem
handgeschnitzten Einzelstück. Bei massengefertigten Möbelstücken kommt es
nicht auf die Schönheit oder Individualität an, sondern einzig auf den
ZWECK - und darauf, es möglichst billig zu produzieren. Daher wird dort
extreme Reduktion auf Zweck und primitive Formen betrieben. So passierts
auch beim Techno: Es geht eher darum, daß es 2/4-Takt hat und damit
zum Großraumdisco-Hüpfen oder Autorennen-Fahren (oder Heckscheiben-Sprengen
via SubWoofer - es gibt so Leute!) geeignet ist. Aber bei so geringen
Ansprüchen bräuchte man eben maximal 10 Lieder, um jeden "Verwendungszweck"
abzudecken. Aussagen hat man sowieso keine zu treffen - damit man also mehr
Zeug für die Herde produzieren kann (denn mit 10 Liedern kriegt man eben
maximal eine CD voll - was schlecht ist zum Kohlemachen), muß man sich eben
den Anspruch geben, daß sich die Titel voneinander unterscheiden.
Und wem es da an Kreativität mangelt, der muß dann eben Zeug von kreativen
Leuten klauen.

"...in modernem Gewand..."
DAS ist genau das Problem, über das ich gesprochen habe. Irgendwer entscheidet
dann einfach, daß ein Titel in seiner eigentlichen Form nicht mehr modern sei
und damit "updated" werden müssen - d.h. ERSETZT durch eine neue Version!
Und genau dieses ERSETZEN (=überschreiben/übermalen) ist das Problem: Daß
damit die Version, wie sie ursprünglich vom Künstler gedacht war, als "nicht
mehr aktuell", "veraltet" etc. angesehen und daher auch nicht mehr benutzt
wird. Und DAS kann eben NICHT im Sinne des Erfinders sein!
---> Genau DAS ist das Problem! <---
Das "Gewand" ist nämlich ein (zum Teil sehr wichtiger) Teil des Gesamtkunstwerks.
Und ein Teil der künstlerischen Aussage wird damit geändert, indem das "Gewand"
(also die künstlerische Form, das Genre) geändert wird. Und vielleicht ist
gerade DIESER Teil aber dem Künstler genauso wichtig wie die anderen?
Vielleicht kommt Entfernung dieses Teils und Ersetzen durch einen anderen
einer Amputation mit anschließendem Anbringen einer Prothese gleich?

--------
@Christian:
"...Hörensagen..."
Nunja - ICH war (im Gegensatz zu Dir) schon auf zwei Konzerten von Alice Cooper -
und ich fand es cool. Und: Alice Cooper kann singen - und er singt es selbst
und live. (Und abgesehen davon braucht er KEINE Vocoder oder Computer-Nachbearbeitung
des Gesangs, damit es so klingt, wie es soll. Er HAT so'ne Stimme.)

Eine "Band", die als ausschließliche Coverband antritt, hat keinerlei
künstlerische Daseinsberechtigung - denn sie hat der Welt nichts mitzuteilen.
Ihre "Aussage" (wenn man das so nennen kann) beschränkt sich auf das Verarschen
von Musikstücken, die für die Art Verhunzung, die sie betreiben, zufällig
in irgendeiner Form geeignet scheint. Also recht armselig und erbärmlich,
das Ganze. Und sieht verflucht stark nach "wir verdienen Geld mit erfolgreichen
Ideen anderer Leute" aus. Und damit auch jedem rechtgebend, der der Meinung
ist, daß speziell DIESES Musik-Genre (sofern man's unter Musik einordnen
will), wenn es etwas "markanteres" machen will, (damit sich Titel voneinander
unterscheiden), darauf angewiesen ist, anderer Leute Zeug zu recyclen.

Ja, ICH finde es SCHLECHT, daß man mit Remixen Geld verdienen kann und darf!
Ich finde, wenn jemand so etwas ÜBERHAUPT macht, (weil er es nötig findet
oder aus irgendwelchen "künstlerischen" Gründen [..Gelächter..]), dann
sollte das niemand als irgendein eigenständiges Kunstwerk ernstnehmen oder
gar honorieren (und kaufen). Es sollte allerhöchstens als das angesehen
werden, was es ist: Ein rein technisches Experiment ohne künstlerische
oder gesellschaftliche Aussage. (Komme da auch später noch drauf zurück,
ob man Geld mit Ideen anderer verdienen darf. ICH finde dies fragwürdig.)

Ich finde, wenn in einer Gesellschaft ein Plagiator sogar mehr verdient als
der Urheber, dann kann mit der Gesellschaft etwas nicht stimmen.
Und wenn man es nötig findet, diese Art Musik zu machen - wieso benutzt man
nicht eigene Ideen, sondern klaut die anderer Leute? Und wenn man es tut,
weil man der Welt nichts mitzuteilen hat, sondern einfach nur, um Kohle zu
machen - nun, dann sollte man aber nicht darauf bestehen, es Kunst zu nennen
oder so zu tun, als hätte es irgendeinen Anspruch (außer als Geldquelle).

--------
@Aky:
Auch, wenn man es fast nicht glauben kann: ICH interessiere mich kaum für
Musik. Ich höre Musik eher selten bis gar nicht. Es geht auch weniger um
MEINEN Geschmack. Es geht eher um etwas anderes.

Wenn jemand einen Rock-Song macht, dann erhöht er damit den Stapel Rock-Songs
um 1. Damit verändert er das Verhältnis Rock-Songs zu Techno-Zeugs. Kann ja
dann wohl kaum in seinem Sinne sein, daß er damit das Ausgangsmaterial liefert,
damit irgendein Depp mit SEINEM Song den Techno-Stapel erhöht. Klar?

Und noch was kommt hinzu: Wenn ICH z.B. eine Erfindung machen würde - zum
Beispiel eine Möglichkeit, die Energieprobleme der Menschheit zu lösen mit
irgendeiner neuen, schadstoffreien und immens ertragreichen Energiequelle... -
Dann würde es mich schon stören, wenn jemand diese Erfindung als Grundlage
benutzen würde, um eine Massenvernichtungswaffe draus zu bauen.

Genauso wie es mich stören würde, wenn ich einen coolen Song machen würde,
daß dieser dann als Ausgangsmaterial für Stümper wie Groove Coverage herhalten
müßte. Gerade, wenn es ein Rock-Song wäre - denn gerade DIE verkörpern so
ziemlich alles, was keinesfalls Rock ist und auch nie sein wird! Für nen
Rocker ist genau diese Art Leute, diese Art zu singen und diese Art Musik so
ziemlich das ekligste, was man sich denken kann. (Kenne btw keinen Fan von
Cooper's "Poison", der Groove Coverage's Version gut fand.)

Und wenn mich jemand covern würde im Sinne einer Wertschätzung meines Werkes,
dann würde man es daran erkennen, daß er damit nicht Partei für "die andere
Seite" ergreift.

Dazu könnte ja jemand sagen: Dann schreib doch drauf, daß Covers nur auf
Nachfrage erlaubt sind und bestimmte Musikrichtungen ausgeschlossen werden.
Erstens: Damals mußte man die Rechte an seinen Songs den Plattenfirmen
übereignen - und denen ist sowas wie künstlerischer Wert und Anspruch
bekanntlich scheißegal (womit auch erklärt werden kann, wieso Groove Coverage,
Novaspace und ähnliche Leute "das Einverständnis" erhalten, coole Songs so
zu versauen).
Zweitens: Damals hat noch niemand mit der Techno-Bedrohung rechnen können,
so daß man damit also keine explizite Handhabe dagegen haben könnte.
Drittens: Gerade DIESE Szene leidet an einem seltsamen Paradoxon: Eigentlich
ist die Art Musik recht gleichförmig und nichts ist sich so ähnlich wie die
verschiedenen "Arten" von Techno und nichts so gleichförmig wie gerade diese
Richtung Musik - ABER: Gleichzeitig gibt es hier die meisten Unter- und
Nebengruppen/-einteilungen (die außer dem Namen kaum wesentliche Unterschiede
aufweisen).
Imperial Games
04.11.05
-- Fortsetzung --

Was ich damit sagen will: Wenn man draufschreibt, daß man speziell keine
Dance-,Trance- und Techno-Covers dieser Songs im gewerbsmäßigem Umfeld
erlaubt (was kann man schon dagegen machen, wenn sowas jemand zu Hause
verarscht? - dann aber wenigstens nicht öffentlich und auch noch für Kohle)
- dann passiert es, daß so ein "Cover-Projekt" das Ding verstümmelt und
einfach die Musikrichtung "Turbo-Dance", "Hyper-Trance" oder "Tekkno" nennt
und somit quasi "aus dem Schneider" ist - oder zur Not auch eine völlig
neue, gänzlich begriffsferne Bezeichnung dafür erfindet, obwohl es der
gleiche Scheiß ist, den sie immer machen - nur allein, um sich rechtlich
unantastbar zu machen.

(Beispiel: Es gibt heutzutage Bands, die nennen das, was sie tun, irreführenderweise
"Metal", obwohl das, was sie machen, eigentlich HipHop mit gelegentlich
eingefügten E-Gitarren-Akkorden ist und mit Metal zu wenig zu tun hat wie
Blasmusik. Soviel zum Thema, man könne dann durch Angabe des Genres dafür
eine geeignete Regelung finden.)

Was ich damit sagen will:
Jemand, der einen guten Musiktitel rausbringt, will damit den Berg guter
Musik, den es gibt, vergrößern. Jedoch ist es dann NICHT selbstverständlicherweise
gleichzeitig (und automatisch) auch in seinem Sinne, daß er damit
Ausgangsmaterial für Leute liefert, die den Berg beschissener Musik damit
vergrößern!
Und DIES ist dabei nämlich völlig wertfrei!!! Denn, obwohl gute und
beschissene Musik für jeden etwas anderes ist, bleibt das Ergebnis dabei
gleich!
Tja. Wenn man allerdings 100% seiner Titel sowieso von anderen klaut, wird
es einem natürlich nicht passieren können, daß einem irgendwer einen Titel
klaut - da man ja sowieso nichts eigenes hat, was geklaut werden könnte.
(Und es daher dann sowieso das Original wäre.)

Ich frage mich immer, bei wem eigentlich die Rechte von so Cover-/Remix-Versionen
von Musiktiteln liegen? Zu 100% bei der Coverband? Kann ja eigentlich nicht
sein - denn DIE dürften ja nach meiner Theorie gar nicht über die Weiterverwendung
von Melodien und Texten entscheiden, die gar nicht von ihnen selbst stammen.
Bei wem liegen die Entscheidungsrechte, wo der Song aufgeführt/ausgestrahlt
wird und wo nicht?
Wenn jemand ein Cover als Musik für einen Film benutzt, den der Urheber des
Originals beschissen findet - hat er dagegen überhaupt eine Handhabe?

Nehmen wir einfach mal den Fall als gegeben, daß jemand UNTER ANDEREM
(wenn auch nicht ausschließlich) Musik macht, um damit gegen diesen
kommerziellen Markt anspruchsloser Billig-Mucke anzustinken. - Wäre
es da nicht eventuell vorstellbar, daß er dann ein Problem damit
hätte, wenn seine Titel genau DIESEM SCHROTT als Ausgangsmaterial
dienen würden?
Und könnte er nicht auch DANN ein Problem damit haben, wenn es im
Songtext nicht explizit um dieses Thema ginge?
Alice Cooper (um auf das Beispiel zurückzukommen) war nie ein Fan
"blöder Disco-Mucke" - und sein ganzes Schaffen ist eher darauf
angelegt, das Gegenteil davon zu machen - auch teilweise als Protest
gegen so massenverträglichen Dreck. Nur mal als Anmerkung.
Wenn man ihn nach seiner Meinung über Groove Goverage befragen
würde, würde er wahrscheinlich fragen "Wer?"
Und wenn er der Meinung wäre, Poison bräuchte so eine Version,
hätte er sie ja selbst rausbringen können.

DAS meine ich mit ethischen und philosophischen Problemen... Denn: Selbst
wenn es hier rein RECHTLICH Grauzonen gibt oder gäbe - was sagt das
Rechts-/Unrechtsbewußtsein dazu? Muß man seine eigenen Ideen und sein
eigenes geistiges Eigentum, nur weil man es veröffentlichen will,
automatisch für jede Verwendung, jeden Mißbrauch und jeden Scheiß freigeben?
Und selbst wenn der Urheber keine Chance hätte, weil man die Paragraphenreiter
auf seiner Seite hätte (jemand hat es mal so formuliert "Recht ist nicht
Gerechtigkeit") - ist es dann auch automatisch in Ordnung, was man tut?
(So wie es "in Ordnung" wäre, jemandem ins Gesicht zu treten, der am Boden
läge und sich nicht wehren könnte - solange es eben keiner sähe?
Oder einfach einen Song zu klauen, nur weil Musiker früher - und teilweise
heute immer noch - keine andere Chance haben, ihre Musik zu veröffentlichen,
als die Rechte daran irgendeinem bonzigen Plattenverleger zu verkaufen?)

Es ist äußerst schwer, so etwas jemandem zu erklären, der Ideen nicht zu
würdigen weiß (und daß Ideen genauso als Leistung und Arbeit anerkannt
werden sollten wie alles andere auch).
Oder jemandem, der nicht verstehen kann, daß es auch Künstler auf der Welt
gibt, die das nicht wegen des Geldes tun, sondern, weil sie eine bestimmte
Aussage oder künstlerischen Ausdruck rüberbringen wollen - weil demjenigen
Aussage, Ziel, Ausdruck und ähnliche Dinge bei einem Werk überhaupt nicht
wichtig sind - bzw. ihm auch keinerlei Begriff sind, da sie ihn nicht
interessieren.
(Beispiel: Ich kenne noch die Zeit, als es so Mädels gab, die Depeche Mode
gut fanden, weil sie irgendeinen der Bandmitglieder "so süüüß fanden". In
meinen Augen würdigt so etwas die künstlerische Leistung, den unikaten Stil
und die teils recht kritischen, ernsten Aussagen ihrer Musik ziemlich herab -
da es das künstlerische Schaffen auf das Aussehen eines Bandmitglieds
reduziert - was dem Anspruch nicht ganz gerecht wird.)

Es gibt auch Kerle, die waren "Fan" von "Mr. President" - und zwar, weil
da wohl so'n Mädel dabei war, was sie "total geil" fanden. Daß hier die
künstlerische Aussage nahe Null war und sich auf einige eher sinnfreie
Sprüche beschränkte, spielte dabei keine wesentliche Rolle.

Oder will mir jemand z.B. ernsthaft erzählen, daß der "Ketchup Song"
irgendeine Sau interessiert hätte, wenn im dazugehörigen Musikvideo nicht
zufällig junge fast nackte Mädels zu sehen gewesen wären?

In genau DIESE Sparte fällt eben all dieser "Geld machen um jeden Preis"-Kram.
Wobei "der Preis" sowas ist wie guter Geschmack, geistiges Eigentum,
künstlerischer Wert, u.ä.
Nicht gegen jede Schweinerei auf der Welt gibt es staatliche Gesetze. Und
da es Staaten gibt, sind Gesetze sowieso überall leicht anders. - Trotzdem
ist nicht alles, wogegen es kein Gesetz gibt, auch ethisch in Ordnung.

Wie schon gesagt: Für Leute, die den Wert solcher Dinge nicht zu schätzen
wissen, ist das vermutlich unglaublich schwer zu verstehen und
nachzuvollziehen.
Früher waren gerade junge Leute eher nonkonform und eher kritisch und haben
sich mit Problemen auseinandergesetzt. Aber ca. seit Mitte der 90'er hat
sich gerade die deutsche Jugend eher in eine mediengläubige, kritiklose,
konforme und angepaßte Masse verwandelt - die teilweise spießiger sind als
ihre eigenen Eltern. Die "solange etwas Geld bringt, ist es gut"-Moral -
die eigentlich KEINE ist - hat sich zu Weltbild un Lebensanschauung einer
ganzen Generation entwickelt. Da über so Dinge wie Ethik oder Respekt vor
Ideen und Kunstschaffen anderer zu reden, ist natürlich überflüssig.

Wenn einer so'n Mist wie "Groove Coverage" mag, weiß, daß sie von alleine
nichts hinkriegen würden und deswegen Ideen anderer klauen MÜSSEN, um
überhaupt was zu verkaufen zu haben - und deswegen billigend in Kauf nimmt,
daß sie Musikstücke durch gräßliche "Neu-Versionen" zu ersetzen versuchen
(und dank übermäßigen Medien-Supports leider oft auch schaffen)... Nun, der
stellt sich (nicht gesellschaftlich und ökonomisch, wohl aber ethisch) auf
dieselbe Stufe wie ein überzeugter Kaffeetrinker, dem es völlig recht ist,
daß in der dritten Welt Kaffeepflücker nicht genug zum Leben verdienen,
solange nur der Kaffee billig ist.

Ein Vorschlag, um wenigstens dem "ersetzen statt hinzufügen"-Effekt
entgegenzuwirken, wäre ja, auf Musiksendern, wenn eine Coverversion gespielt
würde, erstens den expliziten Hinweis auf das Original (und dessen Urheber)
zu geben (und zwar JEDES MAL) und zweitens direkt davor oder danach dieses
Original zu spielen - um dem geneigten Seher und Hörer die eigene Wahl zu
lassen, was ihm besser gefällt. Damit könnte der Eindruck (und es ist ja
nicht nur ein Eindruck!) vermieden werden, daß Dank Medien (und u.U. viel
Geld vom Produzenten) ein Cover/Remix-Titel zur alleingültigen Version
gemacht werden solle - so als hätte es kein Original gegeben.

Sollte jetzt aber jemand sagen: "Dann müßten ja so 40-50% aktueller Titel
immer "doppelt" gespielt werden und das würde immense Sendezeit kosten" -
kann ich nur entgegnen: Vielleicht ist es genau DIESES Signal, das es
braucht, um das Bewußtsein dafür zu wecken, wieviele heutiger Ideen
lediglich geklaut sind und wieviel (oder wenig) Kreativität oft reicht,
um "erfolgreicher Musiker" zu werden - und damit eine lange fällige kritische
Gegenbewegung zur derzeitigen (Musik-)Kultur voranzubringen.

Aber meine These: Solange sich mit Scheiße Geld verdienen läßt, wird Scheiße
auch verkauft. Es den Leuten zu SAGEN, könnte ja schon bedeuten, daß wenigstens
DER Anteil der Bevölkerung als Käuferschicht wegfiele, der sich bei
ausreichender Information (und des Angebots von Alternativen) anders
entscheiden würde. Aber vielleicht ahnt man, daß dieser Anteil evtl. größer
wäre, als gut für einen ist, der Discount-/Recycling-"Kunst" an den Mann zu
bringen hat... -
Nun - die, die das ahnen und deswegen weiter Verarsche betreiben (im Sinne
von Verheimlichung der Existenz von Originalen - "wer will, könne sich ja
informieren..." [dazu müßte man wissen, daß es dazu etwas zu informieren gibt])
- die werden schon wissen, wieso sie das tun.
(Möglicherweise ist man von der Qualität ja DOCH nicht ganz so überzeugt,
wie man tut - sonst bräuchte man die "Konkurrenz" von Seiten eines Originals
nicht dermaßen fürchten, daß man seine Existenz unter den Teppich zu kehren
versucht.)

Es ist imo schon eine Schande, daß sich Leute mit Talent, eigenen Ideen,
sängerischen und instrumentalen Fähigkeiten und Musikverständnis (ja, es
gibt auch Synthetik-Musiker, die sowas haben. Aber nicht die "Bands", die
z.B. auf der CD-Serie "Future-Trance" vertreten sind) - es nicht schaffen,
sich gegen billig produzierten, phantasiearmen (und auf Grundlage geklauter
Ideen geschaffenem) Massenmarkt-Müll durchzusetzen. Was sagt das über die
Gesellschaft, die Musik, Kunst allgemein und die Zukunft derselben aus? -
Nichts gutes, fürchte ich.
Robert
04.11.05
Ethisch gesehen kann man es sogar befürworten, Ideen zu klauen. Aber das hatten wir auch schonmal. Also einfach mal ruhig und logisch bleiben, sonst kannst Du hier auch nicht von Philosophie reden. Deine wilden Spekulationen von wegen "die andere Seite", wer was gut und schlecht findet, bringen niemanden weiter.
Imperial Games
04.11.05
Ideen klauen und als seine eigenen ausgeben kann nicht nur ethisch gesehen
nicht gut sein - es ist in keiner irgendwie gearteten Weltsicht gut (auáer der
Religion des Profits vielleicht).

Etwas schlechtes rechtfertigen, nur weil man es selbst benutzt - oder gar
selbst Geld damit verdient - ohne allerdings dafr ausreichende Argumente zu
bringen (und aus ethischer wie knstlerischer Sicht ist Geld KEIN ausreichendes
Argument) - ist sehr arm.

Sogenannte "Knstler", die Ruhm ernten, den sie mit Ideen anderer Leute
erlangen - und zwar, ohne diese zu nennen oder ausreichend zu wrdigen, sollten
nicht noch verteidigt, sondern eher angeprangert werden.

Wenn jemand der Meinung ist, diese "neuen Knstler" und diese "neue Musik"
h„tte der Welt so viel zu sagen - wieso k”nnen sie dann nicht aus eigener Kraft
etwas erschaffen, sondern mssen die andere Musik mit ihrem eigenen Titeln
versuchen, kaputtzumachen? Wie oft erlebt man es mittlerweile, daá nur noch
die Covers gespielt werden, weil gar nichts anderes gekannt wird? - Gerade so,
als w„re es die Meinung jedes einzelnen, daá das Cover die verbesserte (statt
versaute) Version des Originals w„re. Und vor allem, teilweise in der Art, daá
dem einzelnen gar nicht mehr die Wahl gelassen wird, da das Cover gar nicht wie
ein Cover behandelt wird, sondern wie ein Original (so daá sich die Frage nach
dem wirklichen Original fr manche nicht stellt - was bedauerlich ist!).

Das sind keine wilden Spekulationen - ich mache mir um dieses Thema wirklich
viele Gedanken. (Und vielleicht liegt da der Fehler: Es gibt zuwenige Leute,
die sich Gedanken machen. Vielen Leuten ist einfach so ziemlich alles egal.
Hauptsache der Arsch ist warm, das Bier ist kaltgestellt und es gibt auch in
20 Jahren noch Bundesliga im Fernsehen...)

Wohin Gleichgltigkeit fhrt, interessiert immer so lange keinen, bis es mal
etwas berhrt, was einen selbst interessiert. Aber solange sich mit
Gleichgltigkeit, Mediengl„ubigkeit etc. Geld verdienen l„át, wird alles
darangesetzt werden, diese Gleichgltigkeit aufrechtzuerhalten.

Jemand, der etwas als Tribut an das Original erschafft, wrde dies nicht mit
dem Anspruch tun, dieses zu ersetzen. Aber genau DAS passiert eben im Moment -
und genau DIESEN Zustand beklage ich unter anderem. (Neben dem Umstand, daá
der Anteil Covers/"Remixes" am allgemeinen Musikschaffen mittlerweile viel zu
unverh„ltnism„áig hoch ist.)

Vielleicht wrde so etwas mehr Leute interessieren, wenn sie berhaupt
BESCHEID WšáTEN. Vielleicht wrden viele Leute, wenn sie die Chance h„tten, das
Original kennenzulernen und mit dem Cover vergleichen k”nnten, realisieren, was
die meisten Covers eigentlich frn Mist sind? (Und, nebenbei: Vielleicht ist
DAS ja auch der Grund, weswegen man es mit der Aufkl„rung darber eher nicht
so ernst nimmt - damit n„mlich genau DAS nicht passiert?)

Und wenn ich in Interviews Kommentare h”re, wie geschehen, als Guano Apes,
befragt nach dem Grund, gerade "Big in Japan" (Original von Alphaville) zu
covern, sinngem„á geantwortet haben: "Wir hatten noch eins, zwei andere Lieder
zur Auswahl. Aber wir wollten eins mit viel Text, damit die S„ngerin ein biáchen
mehr zum Rumbrllen hat." - Kommentare, die beweisen, wieviel (bzw wie wenig)
einem an den Originalen gelegen ist, an deren Aussage und knstlerischem
Ausdruck usw. - und es so darstellen, wie es ist: Man sucht sich irgendwas aus,
das a) schonmal erfolgreich war, b) alt genug ist - in der Hoffnung, daá es
nicht mehr so viele Leute kennen und die Preise fr die Rechte daran geringer
sind, c) die entsprechende Menge Text, Melodie und irgendwelche anderen Dinge
hat, um rein technisch so ungef„hr in irgendein allgemeingltiges Schema zu
passen, dem man alle seine Covers anpaát.
Kann es einem jemand da verdenken, daá da eventuell schon manche Leute auf die
Idee kommen, daá einem die Werke selbst scheiáegal sind, der Text eben "einfach
irgendnen Text" fr einen ist, den man brllen, in Vocoder hacken oderwasweiáich
muá, die Melodie eben nur "irgendein Grundgerst, weil einem selbst nichts
einf„llt" und das ganze Ding nur eine M”glichkeit, mit den Einf„llen und Ideen
anderer Leute und m”glichst wenig Aufwand Geld zu verdienen?

Und: Wieso ist es Diebstahl, wenn man jemandem so etwas unpers”nliches wie ein
Auto oder Geld klaut - aber eine nicht beachtenswerte Lappalie, wenn man
jemandes Ideen klaut (die etwas sehr pers”nliches sind) und, als w„re es damit
nicht genug, sie auch noch in den Dreck tritt?

Und wieso erhalten Leute, die lediglich Zeug anderer Leute klauen und mit
„uáerst primitiven Mitteln (z.B. durch Verstmmelung des Titels und Invertierung
des ganzen Konzepts) daraus etwas machen, das sie als ihr eigenes Werk ausgeben
mehr Beachtung und Anerkennung als die Urheber der eigentlichen Idee?

Wenn man "Ideen klauen" sieht als "mir gefiel diese 4-er Tonfolge, das verwende
ich mal an irgendeiner Stelle" oder "dieser Textstil gef„llt mir, vielleicht
baue ich das irgendwo ein" - DANN ist es noch eigenes knstlerisches Schaffen -
in dem man sich zwar von dem Werk anderer beeinflussen l„át, aber noch gengend
selbst beitr„gt.

Aber eine Frage bleibt dabei immer unbeantwortet:
Wieso muá man berhaupt ganze Musikstcke, mit Text und Melodie klauen?
(Und dann noch als sein eigenes ausgeben? - Bzw. nichts dagegen tun, eventuell
in diese Richtung gehende Irrtmer aufzukl„ren? - Das erh„rtet den Verdacht
von Vorsatz.)
Mir f„llt kein anderer Grund auáer "man hat selbst keine Ideen" ein. Aber
jemand ohne Ideen sollte kein Knstler sein. Wenn einer Schreiner sein will und
kein Holz hat, ist es auch nicht in Ordnung, wenn er bei einem anderen
Schreiner Holz klauen geht - und noch weniger, wenn er fertige PRODUKTE des
anderen Schreiners klaut - und als sein eigenes verkauft. Und des Schreiners
Holz und Produkte sind des Musikers/Songschreibers Ideen und Lieder.
Wieso ist das so schwer einzusehen?

Liegt es daran, daá Ideen "kopierbar" sind, d.h. das Original ja erhalten
bleibt? - Nun, wenn jemand einen Pflanzenstamm zchtet oder eine bestimmte
besondere Vogelrasse, ist es dann in Ordnung, nur weil Erbmaterial kopierbar
ist, dieses zu klauen und als Grundlage fr seine eigene weiterfhrende Arbeit
zu benutzen - und noch mehr: Dabei den Urheber unerw„hnt zu lassen - oder
h”chstens in einer "Anmerkung", die nur jemand nachschlagen k”nnte, der gezielt
danach sucht, weil er es WEIá. (So, wie jemand WISSEN muá, daá ein Musikstck
ein Cover ist, um nach dem Original zu suchen.)

Wenn jemand ein Auto entwirft, ist es da in Ordnung, seine Blaupausen
abzufotografieren, ein biáchen was am Design zu „ndern und dann das ganze
Ding als 100%ig auf dem eigenen Mist gewachsen zu verkaufen?

Wer sowas denkt, der ist wahrscheinlich auch noch der Meinung, daá es in
Ordnung ist, Programmteile anderer Leute, ohne diese zu nennen, in sein
eigenes Programm einzufgen, es als Betriebssystem zu verkaufen und damit der
reichste Mann der Welt zu werden...

Beispiel: Erst vor einiger Zeit habe ich mal dieses "Break my Stride" von
Wieauchimmerdiesetypenheiáen geh”rt und habe gedacht: "Die Umsetzung an sich
ist ja relativ scheuálich - aber die Melodie ist eigentlich viel zu gut, als
daá die es sich selbst ausgedacht haben k”nnen." - Daraufhin habe ich
geforscht und kam darauf, daá es ein Cover eines 80er-Hits ist (und darauf,
daá es schonmal von irgendso'ner Dance- oder Trance-Truppe gecovert worden
war - noch beschissener, als die Version, die ich gesehen hatte).
Aber nicht jeder weiá sowas (und es wurde auch mit keiner Silbe erw„hnt, so
daá ich mich da nur auf meinen Instinkt verlassen konnte) - und das sorgt
leider oft dafr, daá die Originale in der Versenkung verschwinden - wo sie
eindeutig nicht hingeh”ren!

Wenn also einer schon covert oder remixt (oder was auch immer er jeweils
frn Wort fr klauen dafr findet) und sich dessen nicht sch„mt - angeblich
tut das ja keiner der entsprechenden Leute - was spr„che dagegen, explizit
zu erw„hnen, daá es ein Cover ist und von wem das Original ist? (Und zwar
nicht nur in irgendeiner Ecke des Booklets - selbst dann auch nur, wenn
man wegen des Copyrights rechtlich dazu verdonnert wurde.)

Wenn man aus Bchern oder Texten zitiert - selbst wenn es eine šbersetzung
ist - ist man (was ich v”llig in Ordnung finde) verpflichtet, Quelle und
Urheber zu nennen - und zwar immer.
Selbst wenn man NICHT dazu verpflichtet w„re, sollte man dies aber TROTZDEM
tun, um sich nicht zum Arschloch zu qualifizieren.
Und was fr Bcher und Texte gilt, sollte auch fr jede andere Form der Kunst
oder geistigen Eigentums gelten.

Also, nochmal zusammengefaát:
1.) Warum haben es Leute, die sich fr kreativ halten, n”tig, anderer Leute
Zeug zu klauen und als ihr eigenes auszugeben?
2.) Was spr„che im Falle, daá man kein Problem damit hat, daá alle wissen,
daá man all sein Zeug nur klaut (und von wem), dies explizit zu erw„hnen,
nebst Quelle und Urheber derselben?

Aber, wie ich schon sagte: Ich wuáte, daá es schwer ist, das jemandem mit
fehlender knstlerischer Ethik, Unrechtsbewuátsein u.„. erkl„ren zu wollen.
Daher auch das Unverst„ndnis oder das Erstaunen darber, daá da berhaupt
fr irgend jemanden ein Problem existiert.

Also, ich sag es mal ganz allgemein so:
(auch wenn manches davon manchen berraschen mag)
A) Nicht alles, was nicht explizit in irgendeinem Gesetzbuch verboten ist,
ist deswegen auch menschlich gesehen in Ordnung.
B) Nicht alles auf der Welt kann mit Geld, Markt und anderen kapitalistischen
Bedrfnissen erkl„rt und entschuldigt werden.
C) Nur weil nicht alles irgendwo vorgeschrieben ist (sogenannte Gebote), gibt
es auch noch das Gebot des Anstands - und gerade Knstler oder Leute mit
knstlerischem Anspruch sollten so etwas wissen oder verstehen k”nnen.
D) Beim Faschismus haben schlieálich auch Millionen Leute mitgemacht. Also,
nur weil Millionen Leute irgendetwas tun oder m”gen, muá es nicht gut sein.
E) Nicht alles, was neuer ist, ist damit automatisch auch besser. Das gilt
auch - und im Besonderen - bei Kunst.
F) Knstlerisches Talent erkennt man nicht daran, wie reich jemand ist. -
Daran erkennt man h”chstens, wieviel Talent jemand zum Geldverdienen hat.

Ein ums andere Mal bin ich wieder einmal maálos entt„uscht von der Menschheit.
Imperial Games
04.11.05
-- Fortsetzung --
(Entschuldigung, das mit den Umlauten/Sonderzeichen ist mir erst
nachträglich aufgefallen)

Ein ums andere Mal bin ich wieder einmal maßlos enttäuscht von der Menschheit.
(Zumal da auch bisher keiner auch nur den kleinsten Ansatz von Verständnis
für die Problematik - oder überhaupt für das Vorhandensein eines Problems
gezeigt hat.)
Es ist wirklich traurig, mit was für Leuten man auf der Welt zusammenleben
muß. Als ich noch jünger war, habe ich mich immer über das Zustandekommen
von soviel Schlechtigkeit und Ungerechtigkeit auf der Welt gewundert. Aber
mittlerweile wundert mich gar nichts mehr.

Christian
04.11.05
Wenn du dich mit Techno längere Zeit, d.h. einige Jahre auseinandersetzten würdest, könntest du Unterschiede deutlich erkennen und würdest die Musik zumindest teilweise mögen.

Mit 12, mensch das ist schon fast 15 Jahre her habe ich noch jede Menge Heavy Metal gehört. ACDC (Nur Heavy-Tracks), Iron Maiden, Scorpions usw. und das waren noch die harmloseren.
Irgendwann kam dann 2 Unlimited, eigentlich die erste richtige 2er-Band mit Dancemusik und No Limits. Und erst nach einer gewissen Eingewöhnungzzeit (Alle spielten den Track damals im Radio und man hörte nebenbei mit), bei mir waren es cirka 4-6 Monate drehte ich den Track lauter da er mir plötzlich gefiel.

Musik ist Geschmackssache. Ich finde sehr wohl das sich die elektronische Musik seit Amigazeiten weiterentwickelt hat. Der Klang und die Samples sind besser geworden. Und ich bin eben der Meinung das es jede Menge guter Musiktracks aus der *Technoecke* gibt.
Nur ist das eben nicht jedermans Geschmack. Schlechter ist diese Musik im Vergleich zur Amigamusik keinesfalls.
Wenn du das so empfindest dann liegt das einfach daran das du so wie ich früher Techno aus Prinzip nicht hörst und falls doch du mit einem riesigen Paket an Vorurteilen *das ist schlecht und hört sich Käse an* rangehst. Der Mensch tendiert dazu etwas was er längere Zeit hört gut zu finden. Aber wenn man sich von vorneherein einredet *so ein Mist*, dann kann einem die Musik auch nicht gefallen. Das ist mit jedem Musikstil so.

Die Unterschiede Techno zu Hardtrance zu Trance zu Dance usw. sind simpel:

Techno kommt von Technik, diese Musik hört sich sehr technisch an. D.h. ein Bass unterlegt einen technisch orientierten Sound der nur bedingt in melodische Bereiche abfällt. Progressivtechno ist eine Abwandlung davon.

Dance heisst Tanzen und tanzbare Musik, wobei hier das typische Discohüpfen gemeint ist. Zusätzlich zum Bass gesellt sich eine Melodie und eine Stimme (Manchmal gibts noch ´nen Rap oder Sprechgesang dazu). Man könnte zwar auch die Stimme weglassen, allerdings hat sich Dance sehr schnell inkl. Stimme etabliert und ist bei Dance oder Dancefloormusik ein notwendiger da wichtigster Bestandteil.

Trance im ursprünglichen Sinne (Und das ist die bessere Musik da der Trance heutzutage oftmals eher in Richtung Techno tendiert) hat sich aus Dance entwickelt.
Zu Beginn war Trance auf die im Track befindliche Melodie und den einhergehenden Gefühlen die mit der Musik bzw. mit der Synthiemelodie transportiert werden ausgelegt.
Das ganze kommt also aus dem Bereich der allseitsbekannten Synthesizerhits, kombiniert mit einem Beat aus dem Dance- oder Technobereich. Daher läuft Trance auch häufig ohne Sänger/Sängerin. Wiegesagt Hauptattribute auf Klang.


Bei Trance ist es allerdings so das sich in den letzten 5 Jahren abgewandelt 4 Varianten entwickelten:

Hardtrance umschreibt einen schnelleren voranpreschenden Bass mit weniger vordergründiger Melodie. Manchmal ist diese Musik sehr fetzig und nicht unbedingt immer schlecht.
Gerade für die Soundfreaks im Auto oder daheim die gerne ihre Anlage bis zum Limit fahren gibt diese Musik den nötigen Antrieb/Kick mittels schnellen, harten Bässen.

Der ursprüngliche melodische *Trance* hat sich mehr und mehr zu einer technoorientierten Variante abgewandelt, dieser kann ich häufig nicht mehr allzuviel abgewinnen.

Dieser ursprüngliche Trance ist stattdessen heute eher unter dem Synonym *Melodic Trance* zu finden.

Psytrance (Psychogenetic Trance): Der Trance der Psyche *g. Eine Musik vergleichbar Techno aber eher simpler auf Hintergrundgeräusche fixiert, nicht besonders beatlastig. Goa ist noch chaotischer. Beides klingt ein wenig merkwürdig und diese Musik hat mit gutem Klang nicht mehr viel am Hut. Vielleicht sind diese Varianten nach exzessivem Drogenkonsum besonders geil, da sie evtl. die Halluzinationen nach Extacy etc. verstärken können.

Jungle und Drum and Bass sind 2 weitere Abwandlungen, wobei bei der ersteren elektronischen Musik gerne Buschtrommeln und derlei Instrumente verwendet werden.

Drum and Bass hat einen eigenständigen Beat der mehr Eigendynamik besitzt. Allerdings arbeitet man seltener mit Synthiemelodien, weshalb ich Drum and Bass nicht favourisiere.

Dann gibt es noch Terrordrome/Gabba/Hardcore sowie Rave und Happy Rave.

Die ersten 3 sind der Gegenpart zu Death Metal/Speed Metal aus dem Rockbereich, d.h. z.B. ein Bass mit 180-220 bpm und im Grunde eine eher nebensächliche Melodie, hauptsache laut und schnell. Eine auf Dauer zumindest für mein Gehör ziemlich nerftötende Musik! Das ganze kann gut klingen, genauso wie im Rockbereich aber dauerhaft keinesfalls und viele der Tracks sind für meinen Musikgeschmack zu fetzig und zudem auch qualitativ schlecht. Den desto schneller ein Track wird desto weniger Feeling wird ab einem bestimmten Punkt mit der Musik übertragen.

Rave ist eine schnelle Distortionvariante aus dem Technobereich. Happy Rave mischt unter diesen harten Bass eine zusätzliche Melodie, oftmals aus Klavierklängen bestehend oder mit Gesangseinlagen angereichert. Das ganze klingt irgendwie altbacken und gewöhnungsbedürftig, aber einige Tracks sind trotzdem hörenswert.

Alle Varianten werden in der elektronischen, nennen wir sie *Technoszene* miteinander kombiniert.

Z.B. ist ATB mehr Melodictrance als Dance.
Und Scooter mehr Melodic/Hardtrance als Techno.
Alte Hits wie RMB´s Redemption z.B. enthalten Kombinationen aus Techno,Rave und Melodic.
Safri Duos Played-A-Live hatMelodic/Danceanteile, untermalt mit Junglebeats. Und Paul van Dyk macht mal Dance, mal Melodictrance.

Nebenbei gibt es zig Mixe der Originaltitel die mal mehr mal weniger die unterschiedlichen Elektroanteile kombinieren.
Slayer
04.11.05

"Oh Mann, das zieht mich jetzt schon wieder dermaßen runter..."


Vielleicht solltest man sich nicht von allem dermaßen runterziehen lassen.
Imperial Games
05.11.05
@Christian:
"...Der Mensch tendiert dazu, etwas, das er längere Zeit hört, gut zu finden..."

Aha - im Sinne von: Das wird Dir jetzt so lange reingeprügelt, bis Du es
gefälligst gut findest?

Also, bei mir: Nein. (Dann bin ich eben kein Mensch, na und?) Bei mir ist
es eher weniger so, daß ich irgendetwas umso besser finde, wenn ich es
häufiger höre. (Denn: Ich höre so gut wie gar keine Musik.)

"Techno & Co = Weiterentwicklung zur ursprünglicheren Computermusik" -
Sehe ich nicht so. Ich sage mal toleranterweise:
"Techno & Co = Eine andere Form synthetischer Musik".
Ich empfinde es nicht als eine Weiterentwicklung oder "logische Konsequenz".
Ich finde, daß Computermusik eine eigene Daseinsberechtigung braucht. Das
bedeutet:
1) NICHT versuchen, Instrumente nachzuahmen.
Grund: Ahmt man diese immer besser nach, würde es am Ende wie das Instrument
klingen. Damit spräche kein Argument mehr dafür, nicht stattdessen das
richtige Instrument zu benutzen.
Daher: Ja - gebt mir synthetische Klangwellen! Denn DAS ist das, was Computer
und Synthesizer gut können. Und - was viel wichtiger ist: Es ist das, was
man mit anderen Dingen außer Elektronik NICHT hinkriegen würde - also quasi
das, was elektronischen Instrumenten ihre Daseinsberechtigung gibt.

2) Hohe Samplingrate und rechnerische digitale Qualität sind nicht das
Äquivalent zu guter elektronischer Musik.
Elektronische Musik hat - im Gegensatz zu traditionell-instrumentaler Musik -
die Möglichkeit, solche Dinge zu reduzieren. Es muß nicht "wie echt" klingen
(und: warum sollte es das auch?) - Dafür isses schließlich synthetisch.

3) Elektronische Musik muß nicht heißen, daß man keine Melodien, Noten oder
Harmonien benutzt.
Ich verwahre mich dagegen, daß elektronische Musik immer das Gegenteil von
Wohlklang sein muß. Das finde ich genauso blödsinnig wie diese "modernen
Kunstkritiker", die kein Bild und keine Skulptur gut finden können, weil
es einfach nur "gut aussieht" - sondern die erst anfangen, Bilder gut zu
finden, je mehr sie in nonfigurative Bereiche gehen, im Sinne von "die
besten Bewertungen einer Kunstjury erreicht man durch wirre Krakel". Wenn
dann jemand sagt: "Mit so moderner Kunst kann ich nichts anfangen, weil sie
mir irgendwie gar nichts sagt und überhaupt keine Aussage transportiert." -
dann bietet sich ja immer noch die schöne Möglichkeit, denjenigen als zu
blöden, völlig unverständigen und unterentwickelten Kunststoffel
hinzustellen, dessen geistige Evolution noch nicht so weit fortgeschritten
wäre.
Und: Klar heißt Wohlklang natürlich für jeden etwas anderes.
Es gibt aber eben leider viele Stücke, in denen Dinge wie Melodien keine
Rolle spielen.

4) Musik kann auch mehr sein als ein Werkzeug, eine Krücke, ein
zweckgebundenes Utensil.
Gemeint ist damit: Wenn es zum "Tanzen" (also rhythmisch hüpfen) gedacht
ist, bräuchte man eigentlich nur einen klopfenden Rhythmus - alles andere
wäre Makulatur. Das ist zwar theoretisch richtig. Aber: Wenn man Musik
noch als etwas mehr versteht außer als Hüpfkrücke (und vor allem: Wenn man
rechtfertigen will, daß es mehr als 10 Titel gibt, mit lediglich
unterschiedlicher Taktgeschwindigkeit), dann sollte außer Takt auch noch
etwas anderes zählen.
Was ich damit sagen will: Andere Genres bieten ja auch die Möglichkeit,
sich nach der jeweiligen Musik zu bewegen (Tanzen, Bangen, was auch immer).
Trotzdem sind dort die Stücke aber markanter (unterscheidbarer) und haben
eine (wie auch immer geartete, aber wenigstens vorhandene) Aussage und
eine Melodie und so weiter.

5) Ein eigener Stil ist nichts schlechtes.
Das ganze "Kultur-Event", was durch das Musikschaffen einer ganzen "Szene"
entsteht eigentlich nur als Teil eines einzelnen Riesenverstandes zu sehen,
der bedingungslose Kollektivität zum Lebensstil/-gefühl einer ganzen
Generation erhebt, ist das Eine. Dies als "Entschuldigung" zu benutzen,
daß man nicht einmal verschiedene "Bands" voneinander stilistisch
unterscheiden kann, weil ein Borg-Universalverstand auch nur eine Art
Borg-Universalmusik erzeugen kann, ist das andere.

6) [schonmal erwähnt] Nur weil es aus dem Computer/Synthesizer kommt und von
nach 1993/94 ist, muß es nicht klingen wie Techno.
Techno ist nicht die "logische Weiterentwicklung" oder "einzige Möglichkeit",
wie moderne synthetische Musik klingen kann. Es gibt Leute, die das beweisen.
"Welle Erdball" z.B. machen auch synthetische Musik.

Ich habe dazu folgende Meinung:
Dieses ganze "Techno" Ding war eher ein Experiment, das in der Anfangsphase
eine neue Art von Musik/Klang erschaffen hat. Aber relativ schnell wurde
klar, daß die Schemata, in denen sich das Ganze bewegt (und trotz Aufteilung
in Untergruppen) relativ enge Grenzen fixieren, was das ganze sehr
variantenarm werden läßt (wodurch eben auch dieses Gefühl entsteht, daß das
"irgendwie alles gleich klingt").
Und bei älterer Computermusik habe ich das Gefühl eben NICHT.

----
Zum Thema "Extacy":
Kann mich erinnern, daß ich da mal im TV gesehen habe, daß ein so Typ, der
auf nem Rave "tanzte", gefragt wurde, ob er denn Extacy oder ähnliches Zeug
nehmen würde (damals war noch nicht geklärt, wie legal das war).
Und der sagte: "Hör Dir den Scheiß doch mal an. Denkste, ich könnt mir das
stundenlang reintun, ohne was einzuwerfen?"
(Aha. Seine eigene "Lieblingsmucke" nur im Drogenrausch abkönnen... Naja.)
Habe später noch einige andere so Typen gehört im TV. (Aber da könnte man
ja immer noch sagen: "OK, TV ist eh vorgefiltert.")
Aber: Ich habe auch PERSÖNLICH mit so Typen geredet. Und selbst die haben
mir so ähnliches Zeug erzählt, als ich fragte, wieso sie so Zeug einwerfen.
Alles im Sinne von "sie könnten verstehen, wieso ich die Mucke nicht so gut
finde - um das zu mögen, müsse mal selbstverständlich erstmal was einwerfen".

Daß ich generell was gegen bewußtseinsveränderndes Zeug habe, weil ich gern
eine eigene Meinung (und nicht eine durch Chemikalien beeinflußte) habe,
haben welche kommentiert mit Dingen wie: "Aber das ERWEITERT ja Dein
Bewußtsein - und Du erlebst Erfahrungen, die Du so gar nicht haben
könntest."
Also - nennt mich nen intoleranten alten Sack - aber ich bleibe dabei, daß
ich lieber weiß, was ich tue.
----

Zum Thema Terrordome:
Damals saß ich im Bus mal neben so'nem Typen (der war so 3 Jahre jünger
als ich) und der hatte Kopfhörer auf und hörte da irgendwas in voller
Lautstärke - daß auch ich es ein wenig hören konnte. Mich hats einfach mal
interessiert und ich hab ihn angestoßen und gefragt: "Was issn das?" Und
er "Terrordome". Ich: "Laß mal hören." - Als er mir die Kopfhörer aufgesetzt
hat, hab ich halt 3 Sekunden lang nur ohrenbetäubendes dissonantes
synthetisches Kreischen gehört, hat physische Schmerzen verursacht (trägt
den Namen wohl zu recht), hab dann Kopfhörer runtergerissen.
Aber der hatte das vor mir bestimmt schon so fast ne halbe Stunde gehört.
Wenn er das heute noch hört, isser wahrscheinlich schon fast taub.

In dem Ort, in dem ich früher gewohnt habe, gab es einen Typen, dessen
Masterbaß (im Auto) hat man schon ca. 1 km gehört (wenn er an den Bahnschranken
war), bevor er an einem vorbeifuhr. Derselbe Typ hat sich mit seiner Musik
auch mal die Heckscheibe gesprengt. (Kein Riß, nein, die ist wirklich
zersplittert.) Erstens: Vom Straßenverkehrt kriegt DER gar nichts mehr mit.
Zweitens: Wahrscheinlich isser schon fast taub. Drittens: Musik sollte noch
einen anderen Zweck haben (zumindest imo), außer möglichst viel Lärm/Geräusch
zu erzeugen.

Aber:
Das muß natürlich jeder selbst wissen.
ICH höre eine Menge Kram. Auch Zeug, was ich normalerweise eigentlich NICHT
höre. Will sagen: Ja, ich hör mir auch mal irgendwelchen Rap/HipHop an.
Und: Ja, habe auch schon einige Dinge dieser Casting-Bands gehört.
Und: Ja, ich habe auch immer wieder mal versucht, mich auf "moderne
elektronische Musik" (aka Techno&Co) einzulassen.
Aber bei allem, was ich so höre, muß ich wirklich sagen, daß die ganze
Techno-Schiene für mich so den geringsten künstlerischen Anspruch und die
wenigste Kreativität offenbart. Mag jeder anders sehen, aber ICH kann damit
wirklich nichts anfangen, es ist einfach zu inkompatibel.
Imperial Games
05.11.05
-- Fortsetzung --

Was mich nervt:
1.) Wenn Techno (und Artverwandte) sich als "Weiterentwicklung"/"Ersatz" für
traditionelle coole Computer/Synthie-Mucke verstehen - im Sinne davon, diese
"abzulösen"/verdrängen.
Denn, genau wie jede andere ist auch Techno nur EINE Musikgattung von vielen -
und dementsprechend können keine anderen Ansprüche daraus abgeleitet werden.
Will sagen: Es gibt Leute, die ursprüngliche Computermusik besser finden.
Technische Neuerungen sind kein Argument für künstlerische Erwägungen.
Das wäre, als würde man sagen: Es ist Blödsinn, Bilder mit Farbe und Pinsel
oder Zeichenstift (oder ähnlichem) zu malen, da es ja schließlich schon
digitalen Farbdruck gäbe.

2.) Wenn Covers/Remixes sich als "Weiterentwicklung"/"Ersatz" für das
Original verstehen (ebenfalls im Sinne dessen, das Original, weil "veraltet"
und "ungültig", abzulösen).
Nicht jedem gefallen Dance-Neufassungen alter Titel. Und vor allem: Nicht
jeder findet, daß z.B. Rocktitel so besser klingen (oder diese Form überhaupt
noch der Aussage gerecht wird). Da mag ja mancher sagen: "Ja, aber es gibt
auch Leute, die es mögen." - Nur: Die älteren Rechte liegen beim Original.
Der, der das Original geschaffen hat, wird sich schon was dabei gedacht haben,
es GENAU SO zu machen. Und Ignoranz der Tatsache, daß ein Original existiert
(bzw. billigen der Tatsache, daß es viele glauben), kann mit absolut nichts
entschuldigt werden.
Der "New Beetle" ist NICHT eine schönere Ausgabe des VW-Käfer (auch wenn er
neuer ist). Aber hier stammt das neue Modell sogar von den selben Leuten
(wenn auch nicht derselben Person) wie das alte Modell.
Und so plattgetretene Dance-Versionen von Rocksongs, die ihnen jede Power
und jedes Highlight nehmen, sind eben auch NICHT die neue, alleingültige
Version dieser Rocksongs - und sollten auch keinesfalls als solche
verstanden werden. Daß irgendwer Dance-Musik bevorzugt, spielt bei diesen
Dingen überhaupt keine Rolle. Bei DIESEM Punkt gehts nicht um Techno! Es
geht ALLGEMEIN darum, daß ein Cover das Original nicht ersetzt.
"I love Rock'n'Roll" kommt von Britney Spears für nen Rock-Fan einfach scheiße!
Deswegen kann man sich nicht einfach, wenn man "mal nen Song braucht", sich
irgendwo "bedienen" (was schon an sich nicht unbedingt von Kreativität
zeugt) und dann auch noch Anspruch auf Alleingültigkeit seiner Version
erheben. (Und wenn nicht aktiv, dann zumindest, weil man damit rechnet, daß
die Medien durch "Überpräsenz" des neueren Titels schon dafür sorgen werden.)
Wer allerdings Musik sowieso nur als "auch nur eine Art, Kohle zu machen"
begreift - (und der, der schneller ist und eine Idee halt klauen und für
sich vermarkten kann) nun, der kann, wenn es um künstlerische oder ethische
Fragen geht, ohnehin nicht mitreden.

Muß man denn, nur weil man öffentlich Musik machen will - um SEINE Art Musik
unter die Leute zu bringen - jedesmal damit einverstanden sein, daß man
damit Leuten, die Zeug machen, das man nie machen würde, nicht abkann, und
gegen dessen Überpräsenz man mit seiner eigenen Musik angeht (im Sinne von:
"Es gibt auch noch Leute auf der Welt, die richtige Musik machen."), damit
immer nur Ausgangsmaterial liefert, das sie dann wieder versauen können?

Und muß sich jemand, der ausschließlich Zeug von anderen nachspielt (oder
maximal "nachbearbeitet") nicht den Vorwurf fehlender Kreativität gefallen
lassen, bzw, daß er den Großteil der kreativen Arbeit anderen überläßt?
Und auch, daß derjenige nur Dinge benutzt, deren "Erfolgstauglichkeit"
bereits getestet ist, so daß derjenige - im Gegensatz zum Originalkünstler -
damit nie ins kalte Wasser springt, weil er weiß, daß das Ding, selbst wenn
verändert und verstümmelt, schon von sich aus eine gewisse Erfolgsgarantie
hat? - Also in dem Sinne: Eine gewisse Feigheit, wirklich selbst kreativ
zu sein. Und eine gewisse geistige Armut, da man nichts hat, was man SELBST
der Welt mitzuteilen hätte, sondern nur anderer Leute Zeug nachmacht oder
verfälscht und es in Umlauf bringt?

---------
@Slayer:
So etwas kann man nicht steuern. Das ist nicht so wie bei manchen anderen,
daß ich mich vorn TV hauen kann, Fußball an, Bier in die Rübe, Gehirn aus.
Oder: Kopfhörer an, ohrenbetäubende Mucke an und die Nervenenden rösten,
damit ich nichts mehr merke.

Es gibt Leute, die sind absolut phlegmatisch. Die stört überhaupt gar nichts.
Die fangen erst an, irgendwas zu merken, wenn irgendwer anfängt, das Haus
um sie herum abzureißen. Es gibt Leute, die fangen über Dinge erst an
nachzudenken, wenn etwas sie persönlich betrifft oder jemanden, den sie
persönlich kennen.

Ich kann so etwas nicht. Wenn etwas ungerechtes geschieht, regt mich das auf.
Wenn jemand unverdient Anerkennung erhält und/oder jemand, der sie verdient,
sie nicht erhält, das stört mich z.B. Es geht weniger um Geld dabei. (Denn
Geld ist nur Mittel zum Zweck. Geld ist imo keine Entschuldigung für irgend
etwas - und ist es nie gewesen.)

Und ich habe schon immer ein Problem damit gehabt, wenn Leute von sich selbst
heraus den Anspruch erheben, daß sie die neue, verbesserte Version von
irgendetwas herausbringen, nur weil sie selbst es so empfinden.
Ich würd auch keine Metal-Version von Beethoven's 5.Sinfonie herausbringen,
mit dem Anspruch, das wäre die neuere, modernere Form (weil Metal neuer
wäre als Klassik) und die ursprüngliche Version wäre veraltet. (Und dem
Ziel, daß nur noch meine Version überall gespielt würde.) Und selbst wenn
ich es TUN würde (interessanter Gedanke übrigens) - und es zu dem Ergebnis
führen würde, daß überall nur noch meine Version gespielt würde und es Leute
gäbe, die a) denken würden, die Idee wäre 100% von mir und b) es gäbe
demzufolge überhaupt kein Original... -> Dann würde ICH dafür sorgen, daß
das Original (das ich übrigens sehr schätze) wieder bekannt würde und
überall gespielt werden würde. Weil ICH, wenn ich ein Original mögen würde
und DAS als Argument für den Versuch einer Neufassung im Rahmen eines
"künstlerischen Experiments" anführen würde, dies nicht tun würde, um das
Original zu verdrängen. Damit könnte ich nicht leben.

--------
Es gibt heutzutage sehr viel (zu viel), dem dieser 90'er-Jahre-Stempel
aufgedrückt werden muß. Diese häßlichen Formen und Farben und Gestaltung.
Die ganze Welt umzugestalten in dem Sinne, als hätte es nie eine andere
Wahrheit gegeben außer der derzeitigen. Im Sinne dessen, daß nichts, was
nicht dem "aktuellen Standard" genügt, wert wäre, erhalten zu bleiben, da
es gefälligst nur ein Format zu geben habe. (Dieses Bestreben wird sehr
gut in George Orwells "1984" beschrieben - ja, da geht es nicht NUR um
den Überwachungsstaat, da geht es auch noch um andere Verwerfungen und
Auswüchse. In meinen Augen waren Orwell und Huxley ihrer Zeit weit voraus -
sie haben Vorgänge beschrieben und vorausgesehen, für die sie zu ihren
Lebzeiten noch belächelt wurden - die als "viel zu überzogen und zu
drastisch" abgetan wurden, gerade so, als könne so etwas in einer realen
Welt voller Menschen mit gesundem Menschenverstand nicht geschehen.)
Was gesellschaftliche, politische und künstlerische Gleichschaltung bewirken
kann, hat die Geschichte gezeigt. Ich habe schon einige Male überlegt, ob
ich nicht mal ein Video produzieren sollte, mit Bildmaterial, in dem ein
H.P.Baxter seine hohlen Sprüche ins Megaphon brüllt und die Massen ihm
zujubeln, unterlegt mit dem O-Ton von Josef Goebbels "Wollt Ihr den totalen
Krieg?" - Nur um zu verdeutlichen, wozu Massenwahn in jeder Form führen
kann: Zu bedingungsloser, blinder Gläubigkeit und Beeinflußbarkeit, sowie
daraus resultierend dazu, daß "die Masse" zu allem "ja" und "hurra" schreit.
(Wenn auch heute wahrscheinlich eher "yeah" und die Parolen nicht mehr
"Führer befiehl - wir folgen", sondern "Get into the flow" heißen.)

Wo immer man Leute zu Kritiklosigkeit, blindem Glauben und Gefolgschaft
erziehen will (und dies auch schafft), werde ich hellhörig. Denn grundsätzlich
steht dahinter irgendein Interesse. Und das ist dann nie das, wonach es
nach außen hin aussieht.
Slayer
05.11.05
@Imperial Games
Metal gab's ja praktisch früher (bzw. in der Klassik) auch schon, Wagner.

"So etwas kann man nicht steuern."

Tja, aber ob es so Gesund ist sich von allem runterziehen zu lassen?
Damit verändert man ja nichts und schadet evtl. nur sich selber.

So etwas wie Scooter regt mich gar nicht mehr auf... aber nicht, weil ich dadurch schon so abgestumpft bin sondern, weil ich weiß es gibt noch anderes und ich muss mir den Kram nicht rein ziehen. Allerdings wäre es schon interessant zu wissen, welche manipulative Macht Scooter (und ähnliches) auf durch deren Musik auf die Masse wirklich hat. Die wird wohl nicht sonderlich groß sein, oder doch?
Slayer
05.11.05

"(Zumal da auch bisher keiner auch nur den kleinsten Ansatz von Verständnis für die Problematik - oder überhaupt für das Vorhandensein eines Problems gezeigt hat.)"

Oder du erkennst die Ansätze einfach nicht. Ich kenne diese ganze Problematik die du schilderst und finde das meiste davon genau so blödsinnig wie du. Das einzigste was man machen könnte ist ein Häkchen oder ein Kreuzchen hintersetzen ob man mit dem von dir geschriebenen einverstanden ist oder nicht.

Aber jetzt tu mal was dagegen oder tu was für die Kultur.

@Christian

"Wenn du dich mit Techno längere Zeit, d.h. einige Jahre auseinandersetzten würdest, könntest du Unterschiede deutlich erkennen..."

Ach, jetzt auf einmal doch.

Imperial meinte allerdings, dass er sich sogar etwas damit beschäfftigt.

Aber gib' mir mal eine Antwort auf meine Frage: "...wie erklärt es sich, dass dort nicht jeder auflegen kann und auch nicht bei jedem die Masse richtig abzappelt?"
Christian
06.11.05
Keine Ahnung Slayer. Bei Techno ist es dasselbe wie bei Hiphop oder Rockmusik.
Ob man die einzelnen Songs so toll findet ist manchmal nebensächlich.
Es kommt darauf an WER die Musik macht und die Menge findet sie dann trotzdem gut, selbst wenn sie nicht gut klingt. Zumindest auf einem Megaevent wie der Mayday ist die Qualität der Musik nicht entscheidend, eher das gesamte Massenphänomen macht die Faszination der meisten dort aus. Allerdings kann ich nicht beurteilen ob die teilweise sehr schlichte einfallslose Musik wirklich als gut empfunden wird. Ich denke eher das man sich dort mittels Musik, Umgebung, Klamotten, Drogen etc. in eine Art Trance versetzt.
Mir ist das gleich da ich elektronische Musik von Haus aus gerne höre und von Mayday und ähnlichen Grossveranstaltungen nicht viel halte. 10% der dort gespielten Musik gefällt mir und das ist mir zu wenig als das ich mich dafür wirklich begeistern kann.
Zudem habe ich kein Interesse an Drogenkonsum gleich welcher Art (Alkohol,Pillen) oder an ausgefallenen Lack- und Lederoutfits usw. usf.
Christian
06.11.05
Meine Erfahrung ist eher das der Name an sich in diesem Business schon viel ausmacht. Wenn du als nagelneuer DJ auflegst und dazu auch noch einfallslos und uninteressant, dann mögen dich die Leute nicht. Aber das kommt eher selten vor. Eigentlich kann jeder auflegen. Wenn es halbwegs professionell klingt wird es akzeptiert. Nur verdient ein Anfänger nicht viel mit derlei Musik, obwohl er oftmals bessere Ideen hat und musikalischer klingt als die Grossverdiener bzw. die die sich einmal mit ihrer Musik einen Namen gemacht haben. Irgendwann stumpft man ab und das führt zu Ideenlosigkeit.
Scooter z.B. macht im Grunde immer das gleiche. Aber sie haben Erfolg damit, und da sie es schaffen damit die Massen zu begeistern haben sie wohl eine Stilrichtung der elektronischen Musik gefunden die immer wieder auf Massenevents begeistern kann, wenn auch nur für kurze Zeit!

Answer:
Name
Name:
eMail:
Website:
Comment:

Smileys
Please read the forum introduction


Search:

Back